Das Grazer Volksblatt Nr. 256 berichtet auf S. 10 als Mitteilung der Pädagogischen Zeitschrift, daß Bruckner in Wien seines Amtes enthoben worden sei, und erwähnt Bruckners Reise nach London:
» * (Professor Bruckner.) Die letzte Nummer der "päd. Zeitschrift" bringt folgende Nachricht: "Wien. Vor Kurzem kehrte der an den hiesigen Lehrerbildungsanstalten bei St. Anna als Professor des Orgelspiels angestellte k. k. Hof=Organist Herr Bruckner aus London, wo er sich einige Zeit zu Kunstzwecken aufhielt, zurück. Es wurde ihm nun in Wien eröffnet, daß er seiner Stelle enthoben sei. Nach dem Grunde dieser plötzlichen Entlassung fragend, erhielt Herr Bruckner nach längerem Drängen die Aufklärung, daß eine anonyme Anzeige ihn beschuldigt habe, daß er seinen Schülerinnen den Hof mache, einzelne von ihnen vor den anderen begünstige etc. Professor Bruckner nahm die Entlassung an. Ausgezeichnet mit den höchsten Preisen auf mehreren Weltausstellungen für seine Verdienste um die Orgelmusik, folgte er der Berufung an die beiden Lehrerbildungsanstalten, bezog hier für seine Professur einen Jahresgehalt von 1200 fl. Dieser Subsidien sieht er sich nun beraubt. Jene anonyme Denunziation aber entspricht nur insofern der Wahrheit, als der Herr Professor einmal eine Schülerin mit "liebes Kind" angesprochen und hinzugesetzt, daß er mit ihren Leistungen sehr zufrieden sei.«
» * (Professor Bruckner.) Die letzte Nummer der "päd. Zeitschrift" bringt folgende Nachricht: "Wien. Vor Kurzem kehrte der an den hiesigen Lehrerbildungsanstalten bei St. Anna als Professor des Orgelspiels angestellte k. k. Hof=Organist Herr Bruckner aus London, wo er sich einige Zeit zu Kunstzwecken aufhielt, zurück. Es wurde ihm nun in Wien eröffnet, daß er seiner Stelle enthoben sei. Nach dem Grunde dieser plötzlichen Entlassung fragend, erhielt Herr Bruckner nach längerem Drängen die Aufklärung, daß eine anonyme Anzeige ihn beschuldigt habe, daß er seinen Schülerinnen den Hof mache, einzelne von ihnen vor den anderen begünstige etc. Professor Bruckner nahm die Entlassung an. Ausgezeichnet mit den höchsten Preisen auf mehreren Weltausstellungen für seine Verdienste um die Orgelmusik, folgte er der Berufung an die beiden Lehrerbildungsanstalten, bezog hier für seine Professur einen Jahresgehalt von 1200 fl. Dieser Subsidien sieht er sich nun beraubt. Jene anonyme Denunziation aber entspricht nur insofern der Wahrheit, als der Herr Professor einmal eine Schülerin mit "liebes Kind" angesprochen und hinzugesetzt, daß er mit ihren Leistungen sehr zufrieden sei.«
Zitierhinweis:
Franz Scheder, Anton Bruckner Chronologie Datenbank, Eintrag Nr.: 187111085, URL: www.bruckner-online.at/ABCD-187111085letzte Änderung: Feb 02, 2023, 11:11