zurück (nach dem 13.10.1874) ID: 187410136

Sechsseitiger Brief von Ignaz Traumihler an Bischof Rudigier:
     Über die Gestaltung der Kirchenmusik in der Diözese Linz. Die Statuten des Allgemeinen Deutschen Cäcilien-Vereins seien am 13.12.1870 [recte 16.12.1870] durch ein Breve von Papst Pius IX. approbiert worden. Er, Traumihler, stehe zu den darin formulierten Prinzipien. Die Fruchtlosigkeit der bisherigen Dikussionen erhelle aus der Einsendung Haberts im Linzer Volksblatt Nr. 234 (*), in der alle Tatsachen verdreht seien. Etwa 1869 habe man (auch Traumihler) beim Christlichen Kunstverein in Linz die Gründung eines Diözesan-Vereins geplant, um Habert mit seinem Votum gegen einen Anschluss an den Deutschen Cäcilien-Verein entgegenzukommen. Konträr dazu habe aber Habert am 13.6.1871 einen Österreichischen Cäcilien-Verein gegründet (inzwischen wieder aufgelöst?), dem die Kunstvereinsmitglieder aus prinzipiellen Gründen nicht beitreten konnten. An der fünfjährigen Pause in der Kirchenmusikreform sei Habert durch sein eigenmächtiges Vorgehen selbst schuld. Rudigier möge den Diözesan-Cäcilien-Verein nur als Zweigverein des Allgemeinen Deutschen Cäcilien-Vereins approbieren [siehe die Anmerkung]. Verweist auf die Bedeutung der Regensburger Generalversammlung am 3.-5.8.1874 (**) und die inzwischen erlangte Verbreitung des Vereins. Wille und Kraft eines Einzelnen reichten nicht aus, gemeinsames Handeln sei nötig. Viele österreichische Kronländer seien schon beigetreten. Er, Traumihler, sei Mitglied des Christlichen Kunstvereins in Linz und seit 1871 Referent beim Deutschen Cäcilien-Verein und daher über die Situation der Kirchenmusik gut unterrichtet. 1873, vor Traumihlers Reise nach Köln, habe Rudigier von einem Anschluss Oberösterreichs an den deutschen Verein "mit oder ohne Habert" gesprochen. Ein separater Weg Österreichs wäre befremdlich.


Zitierhinweis:

Franz Scheder, Anton Bruckner Chronologie Datenbank, Eintrag Nr.: 187410136, URL: www.bruckner-online.at/ABCD-187410136
letzte Änderung: Feb 02, 2023, 11:11