zurück 23.12.1881, Freitag ID: 188112235

Im Linzer Volksblatt Nr. 292 wird auf S. 3 Bruckner in Zusammenhang mit einem Artikel über Pastoralmessen genannt:
          »Pastoralmessen.
      Seit der Zeit, als die Kirchenmusik von ihrer Höhe herabgesunken und ihres ernsten Berufes gänzlich vergessend zur frivolen Theaterdirne sich herabgewürdigt, ist es zur allgemeinen Mode geworden, an dem hohen Gedenktage der Geburt des Erlösers bei der feierlichen Hochmesse eine sogenannte Pastoralmesse zur Aufführung zu bringen. [... Unsitte, auch in Kathedralkirchen ...], eine Gattung Musik, die fast ausnahmslos unter die Rubrik »Schund« gehört. So wenig wie die Musikheroen der Vergangenheit, würde in unserer Zeit ein anständiger Componist à la Bruckner oder Habert zu bewegen sein, auch nur einen Tact Pastoralmusik zu schreiben.« [... über Führer, Diabelli und die Zustände in Italien ... keine Signatur] (*).
[Unmittelbar anschließend ein Bericht über die mögliche Entstehung des Ringtheaterbrandes]

Im "Vaterland" Nr. 353 erscheint auf S. 5 ein Bericht von der gestrigen Christbaumfeier mit Erwähnung vieler prominenter Besucher und Schilderung des Ablaufs (u. a. Festrede von Anton Schöpfleuthner, des Sekretärs des Vereins) und der erfreulichen Entwicklung dieser Feiern. Bruckners Mitwirkung kommt nicht zur Sprache:
     "Der [...] katholische Waisen=Hilfsverein veranstaltete heute Abends halb 7 Uhr [die Kolumne "Localbericht" ist vermutlich wie die vorhergehende Kolumne Tagesnachrichten mit 22.12.1881 datiert zu denken] im großen Musikvereinssaale seine statutenmäßige Christbaumfeier. [... Erwähnung der anwesenden Prominenz (darunter der Wiener Fürsterzbischof), Festrede Schöpfleuthners, der finanzielle Ertrag ...]" [keine Signatur] (**).


Zitierhinweis:

Franz Scheder, Anton Bruckner Chronologie Datenbank, Eintrag Nr.: 188112235, URL: www.bruckner-online.at/ABCD-188112235
letzte Änderung: Feb 02, 2023, 11:11