zurück 6.10.1889, Sonntag ID: 188910065

Auf die heutige Kirchenmusik in der Votivkirche weisen hin

das Wiener Tagblatt Nr. 275 auf S. 7 ("Graduale von A. Bruckner;") (*),

die Wiener Zeitung Nr. 231 auf S. 3: "(Kirchenmusik.) Sonntag, den 6. d. M., gelangt in der Votivkirche eine Messe von G. Preyer, Graduale von A. Bruckner und Offertorium von Th. Kretschmann, zur Aufführung." (**),

»Die Presse« Nr. 275 auf S. 7 (Kalendarium im Local-Anzeiger): "Votivkirche (10 Uhr): Messe in D op. 73 von G. Preyer, Graduale v. Bruckner und Offertorium von Th. Kretschmann" (***),

das Deutsche Volksblatt Nr. 272 auf S. 6: "[...] A. Bruckner, Graduale; [...]" (°),

das Neue Wiener Tagblatt Nr. 275 auf S. 4 [inhaltlich wie (**)]" (°°)

Aufführung eines Brucknerschen Graduale durch den Kirchenmusikverein der Votivkirche unter Kretschmann. Es erklingen außerdem Werke von G. Preyer (Missa in D, op. 73) und Th. Kretschmann (Offertorium) (°°°).

Kalendernotiz Bruckners: Zusatz »3.« bei dieser Woche [Dienst an der Hofkapelle (geplant), falls Bruckner sich die Nummer 3 gegeben hatte] (#).

Robert Hirchfeld erwähnt Bruckner in seiner Besprechung einer Oper von Anton Smareglia in der Wiener Allgemeinen Zeitung Nr. 3416 auf S. 2f:
      "     "Der Vasall von Szigeth."
     [... über die Qualität des Librettos ("Hohlheit des abstoßenden Textbuches") und den Inhalt ...]
      Welche adelnde Kraft muß einem Componisten innewohnen, der an ein solches Textbuch ungestraft sich wagen durfte! [... Lob für die Musik, den Sänger Van Dyk und Wilhelm Jahn ... "musikalische" Musik ...] Um dieses seltene Lob der Fachmusiker zu verdienen, braucht der Componist keine himmelstürmenden Gedanken aus seiner Phantasie aufsprühen zu lassen. Das Erfinden im großen  Style muß heute der Musiker, wenn er nicht gerade Anton Bruckner heißt, den Elektrotechnikern überlassen. Genug, wenn seine Motive natürlich, nicht zwängend und ungezwungen ein selbständiges Leben führen, dem Trivialen fern bleiben, frei aus einem freien Gemüthe fließen, wenn der Componist jederzeit etwas, sei es auch ein bescheidenes Etwas zu sagen hat. [... über stilistische Details der Musik ... Lob für die Sänger, die Regie und das Orchester und den Übersetzer Max Kalbeck ...]
               Dr. Robert Hirschfeld
." (##).


Zitierhinweis:

Franz Scheder, Anton Bruckner Chronologie Datenbank, Eintrag Nr.: 188910065, URL: www.bruckner-online.at/ABCD-188910065
letzte Änderung: Feb 02, 2023, 11:11