Aufführung eines Brucknerschen Graduale durch den Kirchenmusikverein der Votivkirche unter Kretschmann. Es erklingen außerdem Werke von G. Preyer (Missa in D, op. 73) und Th. Kretschmann (Offertorium) (°°°).
Kalendernotiz Bruckners: Zusatz »3.« bei dieser Woche [Dienst an der Hofkapelle (geplant), falls Bruckner sich die Nummer 3 gegeben hatte] (#).
Robert Hirchfeld erwähnt Bruckner in seiner Besprechung einer Oper von Anton Smareglia in der Wiener Allgemeinen Zeitung Nr. 3416 auf S. 2f:
" "Der Vasall von Szigeth."
[... über die Qualität des Librettos ("Hohlheit des abstoßenden Textbuches") und den Inhalt ...]
Welche adelnde Kraft muß einem Componisten innewohnen, der an ein solches Textbuch ungestraft sich wagen durfte! [... Lob für die Musik, den Sänger Van Dyk und Wilhelm Jahn ... "musikalische" Musik ...] Um dieses seltene Lob der Fachmusiker zu verdienen, braucht der Componist keine himmelstürmenden Gedanken aus seiner Phantasie aufsprühen zu lassen. Das Erfinden im großen Style muß heute der Musiker, wenn er nicht gerade Anton Bruckner heißt, den Elektrotechnikern überlassen. Genug, wenn seine Motive natürlich, nicht zwängend und ungezwungen ein selbständiges Leben führen, dem Trivialen fern bleiben, frei aus einem freien Gemüthe fließen, wenn der Componist jederzeit etwas, sei es auch ein bescheidenes Etwas zu sagen hat. [... über stilistische Details der Musik ... Lob für die Sänger, die Regie und das Orchester und den Übersetzer Max Kalbeck ...]
Dr. Robert Hirschfeld." (##).
Zitierhinweis:
Franz Scheder, Anton Bruckner Chronologie Datenbank, Eintrag Nr.: 188910065, URL: www.bruckner-online.at/ABCD-188910065letzte Änderung: Feb 02, 2023, 11:11