zurück 8.4.1897, Donnerstag ID: 189704085

Das Fremdenblatt Nr. 98 meldet auf S. 9 (Morgenblatt), daß im Wiener Stadtrat beantragt wurde, Straßen in der Umgebung der Karlskirche nach Bruckner und Brahms zu benennen (*).
Laut einem Inserat auf S. 27 (Morgenblatt) ist für den 10.4.1897 die 7. Symphonie geplant (**).

Von dem Antrag auf Benennung von neuen Straßen berichtet auch die Neue Freie Presse Nr. 11720 auf S. 7:
"     [Ehrung von Tondichtern.] Um das Andenken der beiden Tondichter Anton Bruckner und Johannes Brahms, welche viele Jahre ihres Lebens in Wien zubrachten und in Wien gestorben sind, zu ehren, beantragte in der heutigen [sic] Sitzung des Stadtrathes Dr. Deutschmann, zwei der neu zu schaffenden Straßen in der Umgebung der Karlskirche nach den Namen dieser beiden berühmten Todten zu benennen. Der Antrag wurde der geschäftsordnungsgemäßen Behandlung zugeführt." (***).
   Die NFP bringt auch auf Seite 13 ein Inserat mit Ankündigung der 7. Symphonie am 10.4.1897 (°).

Der Antrag auf Straßenbenennung wird auch
vom Neuen Wiener Journal Nr. 1243 auf S. 4: "     (Eine Bruckner- und eine Brahmsstraße.) Die Stadträthe Dr. Deutschmann und Dr. Wähner stellten in der gestrigen Stadtrathssitzung folgenden Antrag: Um das An­denken der beiden Tondichter Anton Bruckner und Johannes Brahms, welche viele Jahre ihres Lebens in Wien zubrachten und in Wien gestorben sind, zu ehren, wird beantragt: die städtischen Aemter werden beauftragt, zwei der neuen Straßen in der Umgebung der Karlskirche nach den Namen dieser beiden berühmten Todten zu benennen. Der Antrag wurde der geschäftsordnungsmäßigen Behandlung zugeführt." (°°),
vom "Vaterland" Nr. 98 auf S. 9 (°°a),
vom Neuen Wiener Tagblatt Nr. 98 auf S. 6 (°°b)
und in der Reichswehr Nr. 1138 auf S. 7 (Morgenblatt) (°°°) mitgeteilt.

Im Nachruf auf Brahms im Neuigkeits-Welt-Blatt Nr. 80 auf S. 11, signiert "Alpha." [Albert Gustav Roncourt], wird auch Bruckner erwähnt:
"    Kaum sechs Monate sind verblichen, seit Anton Bruckner von uns geschieden und schon ist ihm der Einzige, der mit gleichem Maße gemessen werden konnte, für immer nachgefolgt. Man hat Brahms oftmals im Gegensatze zu Bruck­ner gestellt und diesen Jenem gegenüber mit Unrecht herab­gesetzt. Zur Ehre Brahms' soll gesagt werden, daß er per­sönlich an diesen Zänkereien keinen Antheil nahm. Er war ein Mann, der seinen eigenen Werth zu schätzen wußte, ein stolzer selbstbewußter Künstler, aber auch ein Charakter, der kleinlichen Neid nicht kannte. Nun, wo beide Tonmeister ins Grab gesunken sind, wird der unnütze Hader ver­stummen und der Nachwelt bleibt das Recht, die künstlersiche [sic] Größe der Dahingeschiedenen dauernd festzustellen.
     Wir aber, die Beide in so kurzer Zeit verloren haben, beklagen einen tief-schmerzlichen Verlust, für den es auf lange hinaus keinen Ersatz geben wird und am schwersten wird Wien davon getroffen, das den Meistern zur Heim­stätte geworden war, in der sie ihre größten Werke ge­schaffen haben. [...]" (#).

Das Musikalische Wochenblatt formuliert auf S. 211f  in seinem Nachruf:
   "Welch trübseliges 'großes Sterben' [...] Auf Tschaikowsky folgte Bülow, dann Rubinstein, darauf Bruckner und schnell nach ihm Brahms." (##).
Auf S. 213f ("Münchner Musikbrief") wird Zumpe als Dirigent der 4. Symphonie erwähnt (###),
und auf S. 218 ist die Stuttgarter Aufführung der 7. Symphonie unter Obrist verzeichnet (a).


Zitierhinweis:

Franz Scheder, Anton Bruckner Chronologie Datenbank, Eintrag Nr.: 189704085, URL: www.bruckner-online.at/ABCD-189704085
letzte Änderung: Aug 25, 2026, 16:16