zurück 10.11.1897, Mittwoch ID: 189711105

Das Grazer Volksblatt Nr. 257 bespricht auf S. 9 die Aufführung der 4. Symphonie am 7.11.1897, signiert "-sdl-" [vermutlich Carl Seydler]: "
           Musikvereins-Concert
 
    Sonntag abends eröffnete der Steiermärkische Musikverein seine heurigen Orchester-Concerte. Aus der Vortragsordnung standen 'Eine nordische Heerfahrt', Trauerspiel-Ouverture von Emil Hartmann, das dritte Concert für Violine und Orchester von M. Bruch und Bruckners vierte Symphonie, die „romantische". [...] Bruckners Symphonie wurde unter Herrn Degners meisterhafter Leitung vorzüglich gespielt. Über das großartige Werk habe ich bereits anlässlich der ersten Aufführung in Graz (unter Josef Schalk aus Wien) im 'Grazer Volksblatt' vom 6. Februar 1891 ausführlich geschrieben. Das herrliche Tongedicht machte auch diesmal eine mächtige Wirkung. Man wirft Bruckner oft und nicht mit Unrecht Mangel an festgefügter Formenkraft vor; eine gewisse rhapsodische Zersplitterung ist in den meisten seiner symphonischen Sätze bemerkbar, am wenigsten aber gerade in dieser, der vierten Symphonie; allein Bruckners Musik, seine Tonbilder von hinreißender Schönheit sind in erster Hinsicht auf ihren Empfindungsgehalt zu prüfen. Nicht die Logik strenger, geistiger Thematik beherrscht diese romantischen Klanggebiete, sondern das warme Empfinden und Fühlen, wie es sich unmittelbar in der Harmonie der Klangfarben auslebt. Bruckners Musik will nicht nur verstanden, sie will genossen werden, und man muss mit einer gewissen Zärtlichkeit den Pulsschlag ihres innersten Tonlebens zu fühlen verstehen. Sie ist trotz ihrer drängenden Gewalt reinste Lyrik. Der modernste Symphoniker mit dem orchestralen und harmonischen Prachtgewande Richard Wagners trägt heimlich tief im Herzen ein gutes Stück Schubert; Bruckner ist eben ein echter und rechter Wiener Meister.     -sdl- " (*).

Das Deutsche Blatt Brünn Nr. 88 bringt auf S. 1 den 2. Teil [vgl. 3.11.1897 und 13.11.1897] des Artikels von Redakteur Strauch "Ein deutscher Tondichter (Josef Reiter)", in dem wiederum auch  Bruckner erwähnt wird (**).

Brief von Theodor Reisch an Stiftsdechant Johann B. Breselmayr:
     Nach der Zusendung des Stiftsbriefes und der Gnadengabe von 100 fl vom 27.10.1897 habe er mit der Antwort gezögert, weil erst gestern nach wiederholter Einladung Kathi Kachelmayrs Tochter Ludowika die Gnadengabe entgegennehmen konnte. Die Empfangsbestätigung [vom 9.11.1897] liege bei (***).

Beschluss des Linzer Gemeinerats, Bruckner durch mehrere Projekte zu ehren (Brucknerstraße, Brucknerstiftung, Bruckner-Denkmal) (°).

Das Linzer Volksblatt Nr. 258 gibt auf S. 4 die Tagesordnung der heutigen 40. Sitzung des Gemeinderats bekannT: "[...] I. und II: Section: Antrag betreffend die Errichtung eines Bruckner Denkmales. II. Section: [...] (°°).

Denselben Hinweis bringt auch die Linzer Tages-Post Nr. 258 auf S. 4 (°°°).


Zitierhinweis:

Franz Scheder, Anton Bruckner Chronologie Datenbank, Eintrag Nr.: 189711105, URL: www.bruckner-online.at/ABCD-189711105
letzte Änderung: Aug 31, 2026, 13:13