Brief von Otto Kitzler an Robert Heinrich Lienau:
Wegen des Verlages der "Trauermusik".
" Brünn, d. 5. Juni 1905
Hochgeehrter Herr!
Mit Bezug auf Ihr gefälliges Schreiben vom 2. d. M. erlaube ich mir mitzutheilen, daß ich mit Ihrem Vorschlage vorläufig nur die "Trauermusik" zu verlegen einverstanden bin.
Ihre Bedingungen unter welchen ich verstehe: 1) den für diese Komposition zu leistenden Zuschuß von 100 Mark zu den Herstellungskosten 2) die Ueberlassung an mich von 50 Ex. der ersten Auflage von 200 Stück 3) die Theilung zur Hälfte des Reingewinns von der zweiten Auflage an, nehme ich selbstverständlich an und ersuche Sie mit der Drucklegung zu beginnen.
Der Betrag des Zuschußes folgt beiliegend worüber ich gelegentlich eine Bestätigung erbitte.
Nachdem die "Trauermusik" als Orchesterstück gedacht und von mir instrumentirt ist, so wäre es für die Veröffentlichung gewiß von Vortheil wenn das Stück 1) als "für großes Orchester" im vierhändigen Klavierauszug und mit der Widmung »Dem Andenken an Anton Bruckner« bezeichnet erscheinen würde. Eine Berechtigung findet dies durch die Verehrung Bruckner’s seitens meines Sohnes. Für Diejenigen, welche die "Trauermusik" mit Orchester zur Aufführung bringen wollen, würde die [unterstrichen:]leihweise Ueberlassung der Partitur und Stimmen genügen und ich zweifele nicht, daß sich, wenn auch vereinzelt, diese Absicht ergeben dürfte.
Ich würde Ihnen zu diesem Zwecke Partitur u.komplette Orchesterstimmen zur Verfügung stellen, falls Sie es nicht vorziehen allfällige, diesbezügliche Anfragen direkt an mich zu überweisen.
Die, im gleichzeitig abgehenden Manuscripte, des mangelnden Platzes wegen nicht ausgeschriebenen Oktavenbäße sollen nicht als solche, durch 8va, sondern in ausgeschriebenen Noten gedruckt werden.
Noch spreche ich den Wunsch aus: die Veröffentlichung bis Anfang September ermöglichen und mir bis 25. d. M. eine Antwort gef. zukommen lassen zu wollen. Nach diesem Datum bin ich in Graz bei einem meiner dort ansäßigen Schwiegersöhne u. zw. Ladislaus Pasdirek k. k. Professor (Ruckerlberg, Ehlertgasse, Graz)
Ihren lieben Herrn Vater, der gewiß die Festtage bei Ihnen verbrachte, bitte ich von mir herzlichst zu grüßen. Ihnen empfiehlt sich hochachtungsvoll
ergebener
Otto Kitzler"
Hochgeehrter Herr!
Mit Bezug auf Ihr gefälliges Schreiben vom 2. d. M. erlaube ich mir mitzutheilen, daß ich mit Ihrem Vorschlage vorläufig nur die "Trauermusik" zu verlegen einverstanden bin.
Ihre Bedingungen unter welchen ich verstehe: 1) den für diese Komposition zu leistenden Zuschuß von 100 Mark zu den Herstellungskosten 2) die Ueberlassung an mich von 50 Ex. der ersten Auflage von 200 Stück 3) die Theilung zur Hälfte des Reingewinns von der zweiten Auflage an, nehme ich selbstverständlich an und ersuche Sie mit der Drucklegung zu beginnen.
Der Betrag des Zuschußes folgt beiliegend worüber ich gelegentlich eine Bestätigung erbitte.
Nachdem die "Trauermusik" als Orchesterstück gedacht und von mir instrumentirt ist, so wäre es für die Veröffentlichung gewiß von Vortheil wenn das Stück 1) als "für großes Orchester" im vierhändigen Klavierauszug und mit der Widmung »Dem Andenken an Anton Bruckner« bezeichnet erscheinen würde. Eine Berechtigung findet dies durch die Verehrung Bruckner’s seitens meines Sohnes. Für Diejenigen, welche die "Trauermusik" mit Orchester zur Aufführung bringen wollen, würde die [unterstrichen:]leihweise Ueberlassung der Partitur und Stimmen genügen und ich zweifele nicht, daß sich, wenn auch vereinzelt, diese Absicht ergeben dürfte.
Ich würde Ihnen zu diesem Zwecke Partitur u.komplette Orchesterstimmen zur Verfügung stellen, falls Sie es nicht vorziehen allfällige, diesbezügliche Anfragen direkt an mich zu überweisen.
Die, im gleichzeitig abgehenden Manuscripte, des mangelnden Platzes wegen nicht ausgeschriebenen Oktavenbäße sollen nicht als solche, durch 8va, sondern in ausgeschriebenen Noten gedruckt werden.
Noch spreche ich den Wunsch aus: die Veröffentlichung bis Anfang September ermöglichen und mir bis 25. d. M. eine Antwort gef. zukommen lassen zu wollen. Nach diesem Datum bin ich in Graz bei einem meiner dort ansäßigen Schwiegersöhne u. zw. Ladislaus Pasdirek k. k. Professor (Ruckerlberg, Ehlertgasse, Graz)
Ihren lieben Herrn Vater, der gewiß die Festtage bei Ihnen verbrachte, bitte ich von mir herzlichst zu grüßen. Ihnen empfiehlt sich hochachtungsvoll
ergebener
Otto Kitzler"
Zitierhinweis:
Franz Scheder, Anton Bruckner Chronologie Datenbank, Eintrag Nr.: 190506055, URL: www.bruckner-online.at/ABCD-190506055letzte Änderung: Jun 15, 2026, 7:07