Die Detroiter Abend-Post Nr. 18834 bringt auf S. 6 den letzten Teil eines Fortsetzungsroman, in dem wie im 2. Teil [am 16.8.1918] Bruckner erwähnt wird:
" Der Kopf der Venus.
Novelle von Sophie v. Khuenberg.
(8. Fortsetzung und Schluß.)
"Weißt du," sagte Frau Helene einmal zu ihrem Manne, "ich glaube fast, daß Lisi wegen Pichler nicht mehr zurückgekommen ist, [... Pichler (der Pianist der Kammermusikrunde) war über eine Woche nicht "in der Villa am Freinberg" [Linz].
Ja, er kam auch wirklich wieder. Frau Helene war mit Seeberger in ein Konzert gegangen, um eine Symphonie Bruckners zu hören, für den sie beide schwärmten, da öffnete sich die Tür zu Kurt Hellendorfs Arbeitszimmer und Doktor Pichler trat ein. [... war in Wien, hat sich mit Lisi verlobt! ...].
Als Frau Helene mit Seeberger nach Hause kam, gab es eine mächtige Ueberraschung, die bei Frau Helene zu freudiger Anteilnahme sich steigerte, bei dem kleinen Seeberger aber zurückebbte in graueste Wehmut. Es war ein Glück, daß die Symphonie Bruckners noch weihevoll in ihm nachtönte und so ganz allmählich die innerlichen Vorwürfe verschlang, die er seinem Schöpfer machte, weil er ihn so klein und unschön hatte werden lassen und ihm dabei die große Sehnsucht nach Schönheit und Liebe in die schmale Brust gelegt hatte . . .
Es wurde diesmal ein seltsam stiller, wehmütig weihevoller Abend [... Schubert-Trio zum Ausklang ... sechs Jahre später: drei Kinder im Haus Pichler in Urfahr ... "Mime" Seeberger blieb Freund des Hauses ...]."
Zitierhinweis:
Franz Scheder, Anton Bruckner Chronologie Datenbank, Eintrag Nr.: 191808295, URL: www.bruckner-online.at/ABCD-191808295letzte Änderung: Feb 02, 2023, 11:11