zurück 22.1.1928, Sonntag ID: 192801225

In einem Bericht über das kommende Wiener Sängerfest (Juli 1928) in den Mississippi-Blättern Nr. 22 (Westliche Post, St. Louis, Missouri) auf S. 7 wird das Bruckner-Denkmal erwähnt:
"          Musikleben der alten Heimat.
Wiener Sängerfest des Deutschen Sängerbundes naht.
[... die Bedeutung Wiens in der Musikgeschichte ... erstaunlich wenige Denkmäler (neun) ... 2 x Beethoven, Brahms ...].
     Im Stadtpark im lauschigen Grün versteckt, steht das Denkmal den [sic] großen Symphonikers Anton Bruckner. Bescheiden, wie der Meister selbst es war, ist auch sein Standbild. Nicht prunkvoll, aber von poetischer Schönheit. Bruckner dirigierte mit dem Zeigefinger der linken Hand und blickt mit halber Kopfwendung nach rechts – wenn man sich den Meister also vor dem Orchester stehend denkt, scheint er gerade den Bläsern der Blechgruppe einen Einsatz anzukündigen. Vor der Büste kniet eine schlanke Frauengestalt, die mit der Rechten dem Meister einen Lorbeerzweig reicht, während die Linke die Dornen abzuwehren versucht, die in dichtem Gestrüpp am Sockel em[por]ranken und den dornenvollen Leidensweg sinnbildlich darstellen, den der Meister Zeit seines ganzen Lebens gewandelt war.
     Im Stadtpark befindet sich auch das Denkmal Franz Schuberts, [...]." [keine Signatur]


Zitierhinweis:

Franz Scheder, Anton Bruckner Chronologie Datenbank, Eintrag Nr.: 192801225, URL: www.bruckner-online.at/ABCD-192801225
letzte Änderung: Feb 02, 2023, 11:11