zurück nach dem 9.3.1941 ID: 194103096

[fragmentarisch erhaltener] Maschinenschriftlicher Brief von Franz Gräflinger an Franz Kinzl (bezugnehmend auf den Brief vom 9.3.1941):
"    [... mutmaßlicher Inhalt der Seiten 1 und 2: Ideen zur Mitarbeit an der Zeitschrift "Oberdonau" ...]
Dass die Uraufführung der "Ansprache des H. Sachs und der Schlusschor aus "Die Meistersinger" in Linz erfolgte, noch vor der Erstaufführung des Werkes in München, habe ich als Erster wieder der Musikwelt in meinen "Bausteinen zu Bruckners Lebensgeschichte", Piper und[gestrichen] & Co., München 1911 in Erinnerung und zur Kenntnis gebracht. Habe auch Briefwechsel und alles damit Zusammenhängende ausgeforscht. Diese Arbeit würde also mit nicht zu viel Arbeitszeit für mich verbunden sein. Bildbeilagen: Br, Bild aus dieser Linzerzeit, Musikverhältnisse damasl[sic] in Linz, Theater (Gebäude-Aufnahme mit dem Hinweis, dass der Führer hier erstmalig den "Lohengrin" hörte, das muss 1900-02 [Verweiszeichen + und Fußnote "müßte erst "Mein Kampf" nachlesen!]" gewesen sein, als ich schon das Musikreferat für die damls[sic] noch bedeutsame . . "Amtliche Linzer Ztg." inne hatte. Ich könnte sicher auch Bilder beibringen von damaligen Darstellern. Ist der Aufsatz dringend?? Richtig, Sie fragen, ob die Aufführung auf Betreiben Br. erfolgt? jawohl, Briefe beweisen es. Wagner antwortete.  . .  Natürlich würde ich auch als Brucknerforscher das Thema "Bruckner als Mensch und Künstler" oder "Bruckner, ein echtes Kind seiner Heimat" behandeln. Könnte auch "Die Linzer Bürgergarde und ihre Musik" behandeln (habe Tagespostbeilage einmal darüber geschrieben). Könnten Sie mir die Goebbelsrede (Walhalla Brucknerbüste Enthüllung) verschaffen. Ich war eingeladen, war leider Fusskrank und dazu Magen damals ganz kaput, vor Kur Krankenhaus und Zeileis Bestrahlung, glaube  .  .  Wenn mein neuester Vortrag (eineinhalb Stunden etwa) "Bruckner und die Frauen" noch länger in Wien bei der Hamerling-Gesellschaft, deren Mitglied ich bin, liegt, dann könnte ich ihn erstmalig in Linz halten.     Thema ist bis heute noch nicht behandelt worden (dieses[gestrichen] heikles Thema), habe alles Ernste und Heitere auch psychologisch beleuchtet und zu begründen versucht. Prof. Stebich gefällt der Vortrag sehr gut. Habe einige Wochen daran gearbeitet - 26 Maschinschreibseiten - , war nur möglich, da ich Bruckner persönlich von 1883 - 1892 kannte und jedesmal, wenn er nach Linz kam, auch sprach. Ferner mit seinem Freund und Nachfolger, Waldeck viel spazieren ging und so viel aus wahrem Munde erfuhr, auch köstliche Liebesepisoden, ferner die darin vorkommenden Damen und Frl. selbst noch persönlich kannte und von anderen "schriftliche Aufschreibungen" über Bruckners Liebeswerben erhielt.  ...  Auch andere Brucknerfreunde u. Bekannte [... über seine schlechte finanzielle Lage ... heute dirigiere Eugen Jochum, der Bruder des Linzer Jochum [Georg Ludwig Jochum], "ein famoser, ausgezeochneter Orchesterleiter" ...] Herzliche Grüsse und Heil Hitler - Ihr | [handschriftlich:] Franz Gräflinger" 
 


Zitierhinweis:

Franz Scheder, Anton Bruckner Chronologie Datenbank, Eintrag Nr.: 194103096, URL: www.bruckner-online.at/ABCD-194103096
letzte Änderung: Feb 02, 2023, 11:11