Unterrichtsbeginn am Wiener Konservatorium (*).
Erste Datierung in der Kontrapunkt-Mitschrift des Konservatoriumsschülers Carl Führichs (**).
Artikel in der Steyrer Zeitung Nr. 76 auf S. 3 über Bruckners Orgelspiel:
»Original=Correspondenzen.
Steyr, am 20. August. (Hoforganist Bruckner.*) [Fußnote: »*) Diese Zeilen wurden hervorgerufen durch das Spiel Bruckner's auf der hiesigen Stadtpfarrorgel beim Gottesdienste am 13. August und am 17. September ds. J.«] Unter allen musikalischen Instrumenten, welche bei ihrer kaum noch denkbaren Unvollkommenheit in früheren Jahrhunderten sowohl, als in ihrer jetzigen staunenswerthen Vollendung dem Menschen zum Gebrauche dienen, nimmt die Orgel unstreitig den ersten und höchsten Platz ein. [... über die Sonderstellung der Orgel ...] - Nur Wenigen ist es indessen gegeben, die vollständige Herrschaft über dieses Instrument so auszuüben, wie unserem Bruckner. [... über Manierismen und Formelhaftes bei den meisten Organisten ...] Anders ist es bei Bruckner. Wer ihn auch oft gehört hat, der hört ihn immer wieder gerne und man wird durch sein eminentes Spiel neuerdings gehoben und begeistert, da Bruckners Produktivität nicht nachläßt; denn diese wird bei ihm gefördert theils durch fortwährendes selbstthätiges Schaffen und Arbeiten größerer symphonischer Werke, theils erhält sie fortwährend wie von einem befruchtenden Thaue Anregung von Außen, da Bruckner, der bekanntlich der neueren musikalischen Richtung zugethan ist, keine Opfer scheut, um in dieser Weise die von den diesbezüglichen Genien geschaffenen Werke zu studiren und zu hören. Bruckner hat als Improvisator, wie wir meinen, nicht leicht einen Rivalen, da er aus seinem reichen Schatze Altes und Neues zu verwerthen versteht und dabei die vollendetste Technik besitzt, gleichviel ob er auf einer neuconstruirten Orgel mit vollem Pedal spielt, oder auf der 110jährigen beschränkten aber immer noch jungfräulichen Orgel unserer Stadtpfarrkirche.« [keine Details zu den Orgelimprovisationen, keine Signatur] (***).
Zitierhinweis:
Franz Scheder, Anton Bruckner Chronologie Datenbank, Eintrag Nr.: 188209215, URL: www.bruckner-online.at/ABCD-188209215letzte Änderung: Aug 21, 2025, 19:19