Die Linzer Tages-Post Nr. 140 veröffentlicht auf S. 3 den Brief Nohls an Bruckner vom 6.6.1885:
" § Ein Brief Nohls an Professor Bruckner. Der Musikschriftsteller L. Nohl hat aus Heidelberg, 6. Juni, an Professor Anton Bruckner folgenden Brief gerichtet: "Geehrter Freund! So muß ich Sie nennen, seit meine Seele sich in Ihre Töne getaucht und zu neuer trostreicher Hoffnung für die Zukunft unserer himmlischen Kunst erhoben hat. Ich habe das Adagio Ihrer E-dur-Symphonie in Karlsruhe gehört. Waren mir schon beim Spielen der Skizze in den "Bairischen Blättern" [sic] die Thränen aus den Augen gestürzt, so begriff ich jetzt diese tiefste Rührung durch wahre Schönheit nicht bloß, sondern sie machte aus mir während dieser kleinen zwanzig Minuten einen anderen, einen neuen Menschen. Seit der "Götterdämmerung" in Bayreuth ist mir so nicht wieder zu Muthe geworden und vorher hatten nur Beethoven und Bach dies über mich vermocht in unserer Kunst. Wie tief dankbar müssen alle Mit= und alle Nachlebenden Ihnen sein! Sie haben uns aufs neue unsere beste Seele, die Seele des wahrhaft Menschlichen und Göttlichen zugleich wiedergeschenkt. In verehrender Dankbarkeit Ihr L. Nohl." ".
Auf der selben Seite wird das Konzert vom 28.6.1885 [mit dem Chor "Mitternacht" WAB 80] angekündigt:
" § Sommerfest der Ortsgruppe Linz. [... vormittags 11 Uhr im Theater ...] 5. C. [sic] Bruckner: "Um Mitternacht", Chor mit Clavierbegleitung und Tenorsolo (Solo: Herr F. Schaumann). 6. Soloquartett [... weitere Werke, Mitwirkende, Preise, abends Volkskonzert (kein Bruckner) ...]."
Zitierhinweis:
Franz Scheder, Anton Bruckner Chronologie Datenbank, Eintrag Nr.: 188506215, URL: www.bruckner-online.at/ABCD-188506215letzte Änderung: Aug 17, 2025, 5:05