August Göllerich nutzt die Besprechung eines Hellmesberger-Konzertes [am 9.12.1889] im Deutschen Volksblatt Nr. 352 auf S. 9 zu Bruckner-Propaganda:
"Zweites Quartett Hellmesberger.
Der Abend des 9. December brachte eine der vollendetsten Leistungen des angestammten Wiener Streichquartettes seit Papa Hellmesberger's Rücktritt von der Führung desselben.
[... der erhabene Genius bei Schubert und Beethoven ...] Wie ist uns neulich beim Anhören derselben wieder so recht zum Bewußtsein gekommen, daß in unseren Tagen dieser aus dem vollen Borne der Melodie schöpfende Genius nur in einem unserer lebenden Meister waltet: - in Anton Bruckner! Einzig dieser Meister vermag heute seine Melodie zum ewig giltigen, rein menschlichen Typus zu erheben, gleich seinen großen Vorgängern, während die zeitgenössischen Talente uns - auch bei den achtunggebietendsten Begabungen - größtentheils nur unter Vermittelung kunstgeschichtlicher Reflexion verständlich werden.
[...] August Göllerich."
Zitierhinweis:
Franz Scheder, Anton Bruckner Chronologie Datenbank, Eintrag Nr.: 188912255, URL: www.bruckner-online.at/ABCD-188912255letzte Änderung: Mär 30, 2023, 13:13