zurück 24.9.1891, Donnerstag ID: 189109245

»Die Presse« Nr. 262 kündigt auf S. 11 die Aufführung der 1. Symphonie in den Philharmonischen Konzerten an [13.12.1891]:

     " - Die Philharmoniker sind nun mit der Feststellung des Programms für die beginnende Saison beschäftigt. Bis jetzt ist eine Reihe interessanter Werke in Aussicht genommen. Wir dürfen die erste Symphonie von Bruckner nennen, eine Schöpfung, welcher große Schönheiten nachgerühmt werden; [...]." (*).
 
Der St. Pöltner Bote Nr. 76 übernimmt auf S. 9 den Artikel vom 12.9.1861 über eine Neuerscheinung:
     "Im Verlage von Johann Groß in Innsbruck erschienen soeben zehn Gradualien und Offertorien aus der Feder des Kapellmeisters an der Votivkirche in Wien, Theobald Kretschmann, welche nach Form und Inhalt eine dankenswerte Bereicherung der neueren Kirchenmusik=Literatur bilden. [...]; es ist moderne Kirchenmusik im besten Sinne des Wortes, was hier geboten wird, kein kindisches Nachahmen der Alten, wie es so viele moderne "Kirchencomponisten" mir Vorliebe thaten, sondern ein freimüthiger Schritt in den modernen Stil, welcher ja - wie die Werke eines Lißt und Bruckner zeigen - auch der höchsten Aufgabe der Tonkunst, der musica sacra, gewachsen erscheint. [... leichte Ausführbarkeit ... ] - Ein besonderes Wort der Anerkennung müssen wir der rührigen Verlagsfirma J. Groß in Innsbruck widmen, welche seit einiger Zeit auf die Herausgabe guter Kirchenmusikwerke so viel Opfer aufwendet, daß sich der gesammte österreichische Musikverlag, der von Kirchenmusik nicht viel wissen will, ein Beispiel nehmen könnte. Die würdige Ausstattung und der wirklich niedrige Preis der eben besprochenen Kirchen=Compositionen dürfte deren Verbreitung gewiß auch lebhaft fördern." (**).
 
Auch im letzen Teil von Arthur Seidls Aufsatz "Robert Schumann und die Neudeutschen." im Musikalischen Wochenblatt Nr. 39 (S. 501 - 503) wird Bruckner, zumindest in einer Fußnote, erwähnt: "[... über Schumann als Schriftsteller ... über verschiedene Strömungen danach: die Neudeutschen Liszt, Wagner u. a. ...] Naturen wie Draeseke, Grieg, v. Bronsart, SaintSaens, Lassen, Tschaikowsky, Nicodé halten hier die Mitte*) [Fußnote: "*) Anton Bruckner steht ganz ausserhalb und ist seinem innersten Wesen nach Schubertianer, nicht Wagnerianer."]; als die beachtenswerthen Ausläufer der letzten Entwickelung des Meisters leben noch heute Brahms und Rheinberger unter uns, haben wir Kiel, v. Herzogenberg, Bargiel und Consorten aufzufassen. [...]." (***).


Zitierhinweis:

Franz Scheder, Anton Bruckner Chronologie Datenbank, Eintrag Nr.: 189109245, URL: www.bruckner-online.at/ABCD-189109245
letzte Änderung: Aug 19, 2025, 12:12