Die in Rochester erscheinende Zeitung Democrat and Chronicle Nr. 234 schildert auf S. 15 in der 5. Spalte Bruckners Verhalten am 7.11.1891:
" In the Musical World.
[...]
–The Viennese composer Bruckner, who died a few months ago, was noted for his bashfulness. It is related that when the University of Vienna made him an honorary doctor, he got up after receiving his diploma to make a few remarks. But the words stuck in his throat, and he could not utter two coherent sentences. Finally he exclaimed, "If I only had my organ here, I would know how to express myself," and sat down.
–Frau Materna has sold her house in Vienna and bought an elegant villa near Graz. [...]" (*).
Dieselbe Anekdote wird auch von der Los Angeles Times (California) gebracht:
" MUSIC AND MUSICIANS.
[...]
" MUSIC AND MUSICIANS.
[...]
The Viennese composer Bruckner, who died a few months ago, was noted for his bashfulness. It is related that when the University of Vienna made him an honorary doctor, he got up after receiving his diploma, to make a few remarks. But the words stuck in his throat, and he could not utter two coherent sentences. Finally he exclaimed, "If I only had my organ here, I would know how to express myself," and sat down." (**).
Aufführung des "Asperges" (WAB 4) im Neuen Dom in Linz, Datierung in einer Chorstimme (***).
Das Humoristische Volksblatt "Kikeriki" Nr. 67 schildert auf S. 2 (die auch eine antisemitische Karikatur enthält) eine Szene im Himmel: " Ein Blick in den Olymp. (Von unserem Augenzeugen.) [...] Ich schritt auf eine helle Halle zu, die – natürlich in deutscher und böhmischer Sprache – die Aufschrift: „Musikalische Unsterbliche" trug. Eben waren dort die Wiener Tagesblätter eingetroffen. Mendelssohn nahm natürlich die „Neue Freie", Meyerbeer die „Ostdeutsche Rund schau" (!), Wagner die „Deutsche Zeitung". Haydn das „Weltblatt" und Bruckner wollte durchaus die „Christliche Extrazeitung", obwohl gar nicht Sonntag war. Eben kam auch Mozart mit einem Blatte und sagte: „'s ist doch ein Glück, daß jetzt in Wien der Mahler engagirt ist, hier steht cs wieder, gleich in den ersten zwei Zeilen!" „Aber Du hast ja das schöpserne Tagblatt!", rief Wagner lachend aus. Alle lachten jetzt laut, selbst der schlichte Bruckner verstand die Ironie dieser Worte. „Und es ist doch ein Glück." fuhr Mozart etwas kleinlaut fort, „denn es steht auch in der „Neuen Freien", daß jetzt unterm Mahler meine Opern gar so schön sind." „Du mit Deiner Bescheidenheit!" entgegnete Wagner, „wer Deine Opern so schön gemacht hat, der warst Du, und man braucht keinen Judenjüngel, der sie erst schön macht!" Bei dem „Judenjüngel" räusperten sich Mendelssohn und Meyerbeer vernehmlich. [...]" (°).
Zitierhinweis:
Franz Scheder, Anton Bruckner Chronologie Datenbank, Eintrag Nr.: 189708225, URL: www.bruckner-online.at/ABCD-189708225letzte Änderung: Aug 29, 2026, 15:15