zurück 17.10.1897, Sonntag ID: 189710175

Ankündigung der heutigen Kirchenmusik in der Reichspost Nr. 238 auf S. 5 (*a).
Aufführung des "Locus iste" in der Wiener Josefskapelle [recte Votivkirche?] (die Hofkapelle war wegen Umbau geschlossen) (*b).

Artikel "(Wertvolles Geschenk an die Steyrer Liedertafel.)" [Autograph des "Libera", WAB 22?] im Alpen-Boten Nr. 83 auf S. 3 (**).

Ankündigung der 4. Symphonie [am 7.11.1897] für die Konzerte des Steiermärkischen Musikvereins in der Neuen Musikalischen Presse (***).

Die Linzer Zeitung meldet, daß Theodor Reisch dieser Tage das Autograph der d-Moll-Symphonie ("Nullte") an Dr. Kränzl vom Museum Francisco-Carolinum übergeben habe (°).

Die Linzer Tages-Post Nr. 239 bringt auf S. 5 eine ähnliche Meldung:
"     (Museum Francisco=Carolinum.) Von dem Testaments=Executor [... erwähnt: Theodor Reisch "dieser Tage" an Dr. Kränzl, "zweite Symphonie" in d-Moll 1869 in Linz komponiert ... Bruckner strich die Bezeichnung ...] – kurz, er hat die Aufschrift mit dem Worte "annulliert" versehen." (°°).

Ähnlich schreibt auch das Linzer Volksblatt Nr. 239 auf S. 3:
"     –  Museum Francisco-Carolinum. Von dem Testaments-Executor für den Nachlass des Tondichters Anton Bruckner, dem Hof- und Gerichtsadvocaten Dr. Theodor Reisch, wurde dieser Tage die Original-Partitur einer noch vollkommen unbekannten Symphonie Bruckner dem Referenten des Museums, Dr. Kränzl, mit der Bestimmung übergeben, daß dieselbe als Manuscript des Meisters im Museum aufbewahrt werde. Die Symphonie stammt aus dem Jahre 1869, ist in Linz componiert und trägt ursprünglich die Bezeichnung zweite Symphonie. Letztere Bezeichnung ist vom Meister später gestrichen worden und ist diese Symphonie also in die Reihe der be­kannten 9 Symphonien gar nicht aufgenommen. Ihre Existenz war bisher gänzlich unbekannt; sie hat 4 Sätze und steht in D-moll. Hat Bruckner dieses Werk später einer Ueberarbeitung und Herausgabe nicht mehr für genug würdig befunden, daß er es aus der Reihe seiner Symphonien gestrichen hat oder waren andere Gründe hiefür entscheidend – kurz, er hat die Aufschrift mit dem Worte „anulliert" versehen." (°°°).


Zitierhinweis:

Franz Scheder, Anton Bruckner Chronologie Datenbank, Eintrag Nr.: 189710175, URL: www.bruckner-online.at/ABCD-189710175
letzte Änderung: Aug 30, 2026, 13:13