zurück 8.12.1897, Mittwoch ID: 189712085

Aufführung der 4. Symphonie durch das Concertgebouworchester unter Richard Hol in einem Diligentia-Konzert in Den Haag (*).

Die Linzer Zeitung meldet, daß Bildhauer Zerritsch anstelle des Votivfensters in der Stadtpfarrkirche das Bruckner-Denkmal mit der Tilgner-Büste aus Bronze und Stein gestalten werde und am Pfarrplatz aufstellen wolle (**).

Der Pester Lloyd Nr. 294 bringt auf S. 2f im "Wiener Musikbrief" eine Kritik von Theodor Helm zum Konzert mit der 4. Symphonie [am 23.11.1897]. Der Leser erfährt auch Details zum ausführenden Orchester:
"     Inzwischen ist die schöne Hoffnung, daß wir uns in Wien außer den philharmonischen ständiger, zu volksthümlichen Preisen gebotener Symphonie-Konzerte würden erfreuen können, zu Wasser geworden. Das von seinem intelligenten und temperamentvollen jungen Kapellmeister Karl Zimmer so trefflich geleitete, aus Budapest zu uns übersiedelte Berliner Orchester sah sich wegen Mangels ausreichenden Besuches und dadurch dem Unternehmer (Hofmusikverleger Alb. J. Gutmann) erwachsener übermäßiger Auslagen (das Defizit erreichte die Höhe von fast 6000 fl.!) gezwungen, nach der achten Produktion seine von dem schönsten künstlerischen Erfolge gekrönten Volkskonzerte einzustellen. [... ausführlich über das Konzert vom 34.11.1897 und Gründe für den schlechten Besuch ..."] (***).

Aufführung des "Germanenzugs" durch den Männergesangverein „Eintracht" unter Ferdinand Jungherr in großen Wappensaale des Landhauses in Klagenfurt unter Mitwirkung des Militär-Orchesters des k. u. k. In­fanterie-Regimentes Freiherr von Milde Nr. 17 (°).

In der (unsignierten) Konzertbesprechung der Wiener Allgemeinen Zeitung Nr. 5933 auf S. 3 wird die mangelnde Akzeptanz von César Franck mit dessen Bruckner-Ähnlichkeit erklärt: "[...] Am ersten Quartettabend spielte Frau Rappoldi-Kahrer das Fis-moll-Trio op. 1 von Cäsar Frank. Das Publicum hatte einen etwas unwirschen Abend. Es zeigte sich keineswegs geneigt, auf die Eigenart des hochbegabten Componisten einzugehen. Das Warum wird ahnen, wer weiß, daß Cäsar Frank der französische Bruckner genannt wird – also eine Erscheinung ist, zu der das concertbesuchende Publicum nur allmälig ein gewisses Vertrauen gewinnt. [...]." (°°).

Die Brüder W. und L. Thern spielen in ihrer 2. Matinée Adagio und Scherzo der 7. Symphonie in der Bearbeitung für 2 Klaviere von Hermann Behn (°°°).


Zitierhinweis:

Franz Scheder, Anton Bruckner Chronologie Datenbank, Eintrag Nr.: 189712085, URL: www.bruckner-online.at/ABCD-189712085
letzte Änderung: Sep 02, 2026, 8:08