Das Neue Wiener Journal Nr. 1668 berichtet auf S. 5 (oder S. 6?) von der Aufführung des Chores "Dir, holde Heimat" [WAB 76] am 15.6.1898 (*).
Der Wiener Akademische Gesangverein plant in seiner Sitzung, mit den Vorarbeiten für ein Bruckner-Denkmal zu beginnen (**).
Der Pester Lloyd Nr. 144 bringt auf S. 2 einen Artikel "Das Makart-Denkmal", signiert "L. H–i." [vermutlich Ludwig Hevesi], in dem das Bruckner-Denkmal in Steyr erwähnt wird:
" L. H—i. Der Stadtpark hat einen neuen monumentalen Schmuck erhalten. Gestern Nachmittags wurde dort das Denkmal Hans Makart's enthüllt. Viktor Tilgner ist bekanntlich sein Urheber. Ein Todter, der einem Todten ein Denkmal errichtet; der Charakter der Posthumen kann gar nicht stärker in die Erscheinung treten. [... u.a. über die posthume Verwendung unausgeführter Entwürfe ...] Anton Bruckner's Heimathsort war so gescheidt, die gewaltige Tilgncr'sche Büste als Bruckner-Denkmal aufzustellen. Man könnte darin noch viel weiter gehen, aber . . . Tilgner ist todt und seine Kollegen leben. [...]" (***).
Das Neue Wiener Tagblatt Nr. 164 berichtet auf S. 3 des Abendblatts (= Neues Wiener Abendblatt) vom Konzert des Schubertbundes am 15.6.1898:
"[...] es wurden die üblichen Lieder gesungen, alte und neue, die meisten mußten wiederholt werden und wurden auch bei der Wiederholung dankbar quittirt. Aber bei Beginn der zweiten Abtheilung, als ein Chor von Bruckner »Dir, holde Heimat« aus dem Nachlaß des Componisten stammend, mit unterlegtem Text von A. A. Naaff, gesungen wurde, durchbrach die Begeisterung die hergebrachten Liedertafelschranken und als zum Schluß Felix Dahn’s Trutzlied »An Deutschösterreich« in der Vertonung von Heinrich Fiby erklang, da brach ein Jubel aus, wie er den Riesensaal noch selten durchbraust hat. [...]" (°).
Das Deutsche Volksblatt Nr. 3395 nimmt auf S. 7 einen Brief Albert Lortzings zum Anlass, antisemitische Bemerkungen zu machen:
" * [Lortzing und die Wiener Judenpresse.] Ein Berliner Blatt theilt einen ungedruckten Brief Albert Lortzing's mit. Aus Wien, vom 11. Februar 1848, datirt, [... Text des Briefs, mit Kritik an den Wiener Presse-Verhältnissen ... Saphir ...] Fünfzig Jahre sind vergangen, seit Lortzing diesen Brief geschrieben. Und ist es anders worden, in unserer jetzigen Zeit? Wie hat die Judenpresse einen Bruckner behandelt? Die Zeiten haben sich wohl geändert – die Juden sind dieselben geblieben." (°°).
Zitierhinweis:
Franz Scheder, Anton Bruckner Chronologie Datenbank, Eintrag Nr.: 189806165, URL: www.bruckner-online.at/ABCD-189806165letzte Änderung: Okt 21, 2026, 9:09