zurück 6.9.1898, Dienstag ID: 189809065

Bruckner wird im Zusammenhang mit Franz Schalk auch in The Sun Nr. 6 (New York) auf S. 3 erwähnt:
"     The secret of "Herr" Schalk's first name has finally been revealed. [... "Franz" ...]. He was a student of the conservatory there an studied the violin with Hellmesberger and composition with Bruckner. Ten years ago he went to Graz and there succeeded Muck [...]." (*).

Im Deutschen Volksblatt Nr. 3476 nimmt Camillo Horn Unarten von Kritikern aufs Korn:
"            Aus der Werkstatt des Kritikers.
     „Die Presse nimmt im öffentlichen Leben dieselbe Stellung ein, wie im Familienleben die Schwiegermutter. Alle fürchten, aber Niemand liebt sie. So lange sie Alles billigt, ist sie geehrt, sowie sie aber zu tadeln beginnt, vereinigen sich die getrennten Parteien in dem einen Wunsch: Der Teufel hole die Schwiegermutter." [...]
     Nicht minder ergötzlich als die kritischen Blüthen, die dem persönlichen oder künstlerischen Haß oder dem Unverständnis entsprossen, sind oft die von schriftstellerischen Dilettanten verfaßten „Recensionen", die vor Lob triefenden Eigenberichte der Gesangvereine u. s. w. Wir können es uns nicht versagen, hier wenigstens Einiges aus unserer Sammelmappe zum Besten zu geben. Da ergeht sich zum Beispiel ein junger Kritikus in tiefsinnigen Betrachtungen über Bruckner's „Deutsches Lied": „Die ersten Bässe halten das h ober und das g zwischen der Linie durch zwei Tacte, dann gehen sie auf das e und g zwischen der Linie herab, wieder zwei Tacte lang, um die letzten drei Tacte auf dem a und d auf der Linie zu bleiben." Seinen ungemein „gründlichen" Bericht schließt der Betreffende: „Diese hohen Noten (as bis h im Tenor) sind aber, wenn sie mit der nöthigen Kraft wirken sollen, nur im Falsett (!) zu bringen. [...]             Camillo Horn.  " (**).


Zitierhinweis:

Franz Scheder, Anton Bruckner Chronologie Datenbank, Eintrag Nr.: 189809065, URL: www.bruckner-online.at/ABCD-189809065
letzte Änderung: Okt 24, 2026, 11:11