Das Deutsche Volksblatt Nr. 3581 bringt auf S. 7, signiert "H." [vermutlich Camillo Horn], eine Kritik zum Konzert des Duesberg-Quartetts mit Werken von Gustav Grube, in der Bruckner erwähnt wird:
"[...] Ein Quintett in F-dur, trefflich ausgeführt vom Quartett Duesberg und der Pianistin Frau R. Duesberg, hebt mit einem vollklingenden, von Bruckner und Wagner beeinflußten Satz an, dem sich ein zu wenig plastisch geformtes Andante anreiht. [...] H." (*).
Die Deutsche Zeitung bespricht das Konzert des Wiener Männergesangvereins [am 17.12.1898] mit dem Chor "Abendhimmel" (**).
Dasselbe Konzert bespricht Max Kalbeck im Neuen Wiener Tagblatt Nr. 350 auf S. 2:
"[...] Daß uns Anton Bruckner nach seinem Tode einmal als Sänger der irdischen Liebe begegnen würde, hätten wir bei Lebzeiten des frommen Mannes nicht gedacht. Der in heilsamer Anonymität verharrende Dichter des »Abendhimmels«, an welchem Bruckner’s Venus aufgeht, bricht in die tiefempfundenen Worte aus: »Ich möcht' dich schmücken und drücken und sterben vor Wonn' und Lustl" Ein grausamer Liebhaber, der die Geliebte drücken möchte, ohne zu sagen, womit oder wohin! Bruckner’s vierstimmiger Chor klingt recht gedrückt und viel zu verlegen für einen zärtlichen Seladon; er spricht etwas ganz Anderes aus, als der Dichter, und wieder nur ein Dichter wüßte zu sagen, was. Es würde sich verlohnen, dem an harmonischen Feinheiten reichen, interessanten Werke einen anderen Text unterzulegen. Wie man die schönsten Verse durch eine üble Composition zu Grunde richten kann, lehrt das abschreckende Beispiel Hermann Hutter’s. [...] Max Kalbeck." (***).
Zitierhinweis:
Franz Scheder, Anton Bruckner Chronologie Datenbank, Eintrag Nr.: 189812205, URL: www.bruckner-online.at/ABCD-189812205letzte Änderung: Okt 30, 2026, 15:15