zurück 21.12.1898, Mittwoch ID: 189812215

Brief von Ignaz Bruckner an Johann Hueber: 
     Es könne [wegen der Einrichtung des Bruckner-Zimmers in St. Florian?] auch einer seiner Söhne kommen. Er habe mit Herrn Hofmeister [Johann Langthaler] gesprochen. Er, Ignaz, wolle dem Stift eine Freude machen, da sie [die Chorherren?] ihm das Leben gerettet hätten. Auch der Lehnsessel müsse sein - das Bild sei schon von Wien gekommen. Laura bekomme ein neues Klavier (»jetzt hat man keine so großen nicht mehr«) (*).

Die Arbeiterzeitung Nr. 351 bringt auf S. 7 eine Besprechung des Konzerts des Wiener Männergesangvereins [am 17.12.1898] mit dem Chor "Abendhimmel", signiert "H. S." [Josef Scheu]:
"     Von den im Konzert des Wiener Männergesangvereines (Dirigenten Kremser und Perger) gebrachten Novitäten machte ein edel gehaltener, interessant harmonisirter Chor mit Waldhörnerbegleitung, „Todestrost" von Josef Reiter, die schönste Wirkung, [...] Herr Reiter erschien dankend vor dem Publikum, und der Chor wurde wiederholt. Bei dem Chor „Der Abendhimmel" aus dem Nachlaß A. Bruckner's steht die herbe, ernste Musik nicht im Einklang mit dem schmachtenden Liebesgedicht. Galanterie war eben Bruckner's Sache nicht. [...]      J. S. " (**).

Die Ostdeutsche Rundschau Nr. 352 berichtet auf S. 7 von der Aufführung des "Ave Maria" [vermutlich WAB 6] im Konzert des Wiener Akademischen Wagner-Vereins [am 17.12.1898] (***).

Im "Wiener Musikbrief" im Pester Lloyd Nr. 307 auf S. 2f gibt Theodor Helm dem Dirigenten die Mitschuld am schlechten Besuch des Brahms-Konzertes am 11.12.1898:
"[...] Nach den Erfahrungen, die man bei Herrn v. Perger's Direktion der Beethoven'schen "Missa solemnis", der Bach'schen Matthäus-Passion, des Tedeum von Bruckner, selbst der so überaus populären zwei Haydn'schen Oratorien gemacht, konnte man freilich von seiner Leitung des "Schicksalsliedes" und "Triumphliedes" (dies die beiden Chorwerks des Brahms-Konzertes vom 11. Dezember) nichts Großes, das Ansehen des Meisters wesentlich Förderndes erwarten. [...] (°). 
Helm kommt auf Seite 3 auch auf das Konzert Gustav Grubes zu sprechen:
"[...] Gleichsam die Verbrucknerung Bruckner's oder die Ueberlistung Liszt's (man verzeihe den schrecklichen Kalauer!) hat sich der andere, dieser Tage vor unserem Publikum erschienene Komponist zum Ziele gesetzt, ein junger Deutsch-Amerikaner aus Chicago, Namens Gustav Grube, der immerhin [...] reichste musikalische Belesenheit und auch ein gewisses Talent, besonders technisches Geschick verrieth. [...]     Dr. Theodor Helm. " (°°).


Zitierhinweis:

Franz Scheder, Anton Bruckner Chronologie Datenbank, Eintrag Nr.: 189812215, URL: www.bruckner-online.at/ABCD-189812215
letzte Änderung: Okt 30, 2026, 15:15