zurück 13.2.1902, Donnerstag ID: 190202135

Die Neue Musik-Zeitung XXIII berichtet in Heft 5 auf S. 65, signiert "–l–", von der Aufführung des "Te deum" in Breslau [18.12.1901].
     Erwähnt werden zunächst die Beethoven-Werke. Lob für Dohrn, Orchester und Chor, "während die Solisten in der Symphonie manches zu wünschen übrig ließen. [... Amalie Gimkiewicz (München) Dr. Briesemeister, Alexander Heinemann ...].
     Den vorteilhaftesten Eindruck machte die Sopranistin Frau Sophie Röhr-Brajnin aus München, die zwar auch in der neunten Symphonie mit der Höhe zu kämpfen hatte, aber die übrigen anstrengenden Aufgaben des Abends [... Händel "Esther", Beethovens Terzett ...] und in Bruckners "Tedeum" für Chor, Soli, Orchester und Orgel in vortrefflicher Weise durchführte. Das letztgenannte, in Breslau zum ersten Male zu Gehör gebrachte Werk, von seinem Schöpfer ursprünglich als vierter Satz einer neunten Symphonie gedacht, machte mit seiner gewaltigen Tonsprache, seiner kühnen herben Eigenart einen tiefen, mächtigen Eindruck. Die Sänger, denen der Komponist Aufgaben von Beethovenscher Rücksichtslosigkeit stellt, sowie das Orchester hielten sich unter Dr. Dohrns fester und umsichtiger Leitung wacker; den Orgelteil erledigte Musikdirektor Max Ansorge.
      Zu einem Brahmsabend war das 7. Abonnementskonzert des Orchestervereins gestaltet. [...]"


Zitierhinweis:

Franz Scheder, Anton Bruckner Chronologie Datenbank, Eintrag Nr.: 190202135, URL: www.bruckner-online.at/ABCD-190202135
letzte Änderung: Apr 09, 2025, 10:10