zurück nach dem 8.5.1903 ID: 190305086

In der Zeitschrift der Internationalen Musik-Gesellschaft, Heft 9, bespricht Edgar Istel auf S. 571 die zwei Münchner Konzerte mit Werken Max Regers und erwähnt dabei auch das Konzert vom 8.5.1903:
"Die letzten Wochen brachten verhältnismäßig wenig, dafür aber äußerst interessante Konzerte. [... Regers Klavierquintett [am 1.8.1903] uraufgeführt ...]. Reger's dritte Violin-Sonate Op. 41, die der akademische Orchester-Verband brachte, ist dagegengehalten recht zahm, immerhin aber gegenüber dem am gleichen Abend gehörten Adagio aus dem Streich-Quintett von Bruckner ultraradikal. Derselbe Verein trat rühmlichst für neue Lieder von Pfitzner und Reger sowie eines bisher total unbekannten aber talentvollen Komponisten Eduard Schilsky ein [....]." (*).

Von  diesem Konzert berichtet auch Felix Adler in der "Freistatt", 5. Jg. (1903) Nr. 20 [etwa Mitte Mai bei wöchentlicher Erscheinungsweise] auf S. 395 [siehe die Anmerkung]: "     Münchner Konzerte. Zu  den zahlreichen "modernen Abenden", welche im Laufe der Saison von den diversen musikalischen Vereinigungen veranstaltet worden waren, gesellte sich jüngst noch ein solcher, dessen künstlerische Verantwortung der hiesige akademische Orchesterverein übernahm. Auch er verlief durchaus erfreulich. Die Namen Bruckner, Wolf, Schilsky und Reger bestritten die Vortragsordnung. Die beiden Erstgenannten sollten wohl den Einfluß der eben abgelaufenen Kunstepoche auf das musikalische Schaffen unserer Tage demonstrieren, während Schilsky und Reger die Repräsentation der modernen Bestrebungen übernommen hatten. Ueber Bruckner, der duch das herrliche Adagio seines Streichquintetts vertreten war, und über Wolf braucht bei dieser Gelegenheit nichts Neues gesagt zu werden. Ihre Wirkung auf uns ist nunmehr schon eine gewissermaßen stereotype, da wir uns endlich über die richtige Abschätzung ihres Wertes völlig im klaren befinden. Mit jedem Tage, den wir uns von ihnen entfernen, wird die Gewißheit fester, daß beide die klassischen Erscheinungen der musikalischen Entwicklung der letzten zwanzig Jahre des verflossenenen Jahrhunderts sind. Desto variabler ist dagegen unser Verhältnis zu Max Reger, dem Komponisten commencement de siècle. [... über die Violinsonate op. 41 etc. und einen posthumen Quartettsatz von Hugo Wolf ...].     Felix Adler." (**).


Zitierhinweis:

Franz Scheder, Anton Bruckner Chronologie Datenbank, Eintrag Nr.: 190305086, URL: www.bruckner-online.at/ABCD-190305086
letzte Änderung: Aug 09, 2024, 7:07