zurück 2.12.1910, Freitag ID: 191012025

In der Besprechung des Konzerts vom 29.11.1910 im Linzer Volksblatt Nr. 275 auf S. 4f, signiert "J.", wird Bruckner direkt und indirekt erwähnt:
"    – Aufführung einer neuen Symphonie in St. Florian. Ueber die erste Aufführung einer Symphonie in D-dur von Franz Müller, reg. Chorherrn und Regenschori des Stiftes St. Florian, am 29. v. wird uns aus St. Florian, 30. v., geschrieben:
[...]
     Die Komposition, die einen einheitlichen, thematischen Aufbau darstellt, deutet Gedanken an, die über uns wie ein Hauch der Erinnerung an Bruckner und Schubert schwebten, sogleich aber durch die individuelle Arbeit des Komponisten zu selbständigen originellen Sätzen verarbeitet wurden. [... über die einzelnen Sätze ...] Im 4. Satze entfaltet Müller die Manneskraft seines Könnens und mit einem Finale, ganz aus dem Herzen jenes Mannes geschrieben, dessen irdische Ueberreste die Stiftsgruft zu St. Florian birgt, schließt das Werk, [... tiefer Eindruck ... Publikum, Mitwirkende ...].     J." (*).

Über dieses Konzert schreibt auch die Linzer Tages-Post Nr. 275 auf S. 5, signiert "-ä-" [Gräflinger]:
"     (Musikaufführung in St. Florian.) [... über Franz Xaver Müller, einige Mitwirkende (Direktor Hopf, Konzertmeister Amadeo van der Hoya mit Schülern) ...]. So viel Gedankentiefe, kontrapunktische Meisterschaft, so tektonische Schönheit, thematisch verknüpfende Geschlossenheit finden wir nur in wenigen Nach-Brucknerschen und -Brahmsschen Sinfonien. Einige Motive weisen Verwandtschaft mit solchen von Schubert und Bruckner auf. Aber grundverschieden ist natürlich die Verarbeitung, die Durchführung. Da geht Müller seine eigenen Wege. Daß im knappen Einführen und Hinstellen der Themen, im Bevorzugen des Hornes, im Einschieben von Blechsätzen, ja hie und da sogar in der Orchesterfärbung ein gewisses Bruckner-Nachstreben bemerkbar wird, wer sagt, daß dies ein Fehler sei! [... zu den einzelnen Sätzen ... Beifall und Ehrungen ...].      –ä– " (**).

(In Vöcklabruck ein Fest für Franz Schwalm (Namenstag, 60. Geburtstag, 50 Jahre Musiker, 25 Jahre Kapellmeister der Bürgerkorpskapelle). Die Chronik der Stadtpfarrkirche bringt auch Details seines Lebenslaufes (***)).


Zitierhinweis:

Franz Scheder, Anton Bruckner Chronologie Datenbank, Eintrag Nr.: 191012025, URL: www.bruckner-online.at/ABCD-191012025
letzte Änderung: Jan 03, 2024, 17:17