zurück 13.11.1913, Donnerstag ID: 191311135

Theodor Helm berichtet in der Neuen Zeitschrift für Musik, S. 646f (»Musikbrief Wien«), von der Aufführung des Andantes der f-Moll-Symphonie am 30.10.1913 (*).

Artikel von Walter Niemann »Anton Bruckner« im Deutschen Volksblatt (**).

Bericht von der Aufführung der 3. Symphonie [am 11.11.1913] im Düsseldorfer Tageblatt, signiert " A. P.":
"           Konzert der Meininger Hofkapelle.
      Einer Einladung der Gesellschaft der Musikfreunde folgend, gab die Meininger Hofkapelle am Dienstag ein ziemlich gut besuchtes Konzert in der Tonhalle. Das Programm umfaßte außer Bruckners dritter Sinfonie in D=Moll, Beethovens Egmont=Ouvertüre und mehrere kleinere, infolge des Ausbleibens von Leonid Kreutzer nachträglich eingefügten Klaviersoli, das neueste Werk Max Regers, welches kürzlich in Essen seine Uraufführung erlebte.
      [... über die Böcklin-Suite ...]. Bruckners D=Moll=Sinfonie, deren Dedikation Wagner mit großer Freude entgegennahm, gehört zu den geschlossensten Werken des Wiener Meisters und läßt selbst in den Ecksätzen die formalen Mängel vor dem wundersamen Reiz der prachtvollen sinfonischen Einfälle zurücktreten, zumal der wichtigste derselben, das Trompetenthema des Anfangs, in heroischer Steigerung den Schluß des Werkes herbeiführt. Reine Freude kann man an den weihevollen Tönen des von der tiefen Frömmigkeit des Komponisten zeugenden Adagios und an dem von einem Trio in Ländlerart unterbrochenen derb lustigen Scherzo haben. Vervollständigt wurde das Programm durch Beethovens Egmont=Ouvertüre und drei Stücke von Chopin, welche Helene Morcztyn aus Warschau, abgesehen von einigen Unklarheiten des Figurenwerks, recht poetisch gestaltete.     Und das Spiel der Meininger? Entschlagen wir uns all der törichten Vergleiche, die schließlich doch zu nichts führen, und stellen wir einfach fest, daß das an Zahl verhältnismäßig kleine Orchester seinem guten Ruf treu geblieben ist und in Max Reger einen Führer erhalten hat, der allerdings nicht den geringsten Wert auf Aeußerlichkeiten irgendwelcher Art legt, dafür aber, wenn auch schlicht, so doch mit aller Energie die Absichten der einzelnen Komponisten auf die objektivste Art in die Wirklichkeit zu übersetzen trachtet. [... über die Strapazen einer Konzerttournee und die damit verbundenen Nachteile ... das Düsseldorfer Orchester möge es so halten wie bisher ...]. Nur dann wird seine Leistungsfähigkeit die Höhe behaupten, welche der Würde und dem Ansehen der Stadt entspricht.    A. P." (***).


Zitierhinweis:

Franz Scheder, Anton Bruckner Chronologie Datenbank, Eintrag Nr.: 191311135, URL: www.bruckner-online.at/ABCD-191311135
letzte Änderung: Sep 18, 2024, 7:07