Gustav Ihlemann vergleicht in einer Konzertbesprechung in der Breisgauer Zeitung (Freiburg) Franz Philipp mit Bruckner:
"Die Friedensmesse, op. 12, von Franz Philipp, ist ein ehrfurchtgebietendes Monumentalwerk. [... großartig, überwältigend, mitreißend ...] Und dieses ist eben die Eigenart und Sonderheit dieser produktiven Erscheinung, die den Geist Anton Bruckners neu aufleben läßt und weiterführt, nur mit dem Unterschied, daß hier diktatorischer Wille durchzusetzen vermag, was der resignierten Bescheidenheit und Schüchternheit des genannten Meisters nicht gelang. Philipp wie Bruckner sind Meister auf der Orgel. Letzterer war der größte Orgel-Improvisator seiner Zeit. Eine gewisse geistige Verwandtschaft zwischen Philipp und Bruckner tritt so recht bei der Friedensmesse in Erscheinung. Auch bei ersterem wie bei letzterem fügt eine kraft- und erfindungsstrotzende Phantasie immer neue Harmonieblöcke übereinander und in reichen Tonfarben zeigt sich das Charakteristikum beider: die überwältigende Höchststeigerung des Satzbaues."
Zitierhinweis:
Franz Scheder, Anton Bruckner Chronologie Datenbank, Eintrag Nr.: 192007255, URL: www.bruckner-online.at/ABCD-192007255letzte Änderung: Apr 21, 2023, 10:10