In Kurt Singers Konzertumschau "Von Bach bis heute" im Berliner Volksblatt "Vorwärts" Nr. 545 auf S. 2 wird Bruckner mehrmals erwähnt:
"[... über das empfehlenswerte "Konzertbuch" von Paul Schwers und Martin Friedland ...]. Männer wie Strawinsky und Hindemith müßten unbedingt ausführlicher betrachtet werden, auch das Kapitel Bruckner scheint zu kurz; dagegen hätten sämtliche Vorspiele zu Opern aus dem Bande fortbleiben können. [...].
[...] Von Hermann Wunsch, dessen Bruckner-Zyklus als Idee an sich zu begrüßen wäre, ist nach seinem ersten Konzert [am 13.11.1926 mit der 9. Symphonie] deswegen nicht viel Gutes zu sagen, weil er sich mit einer sehr pathetischen und geschwätzigen Eigenarbeit, einer weichen, ungeformten Sinfonie zu präsentieren versuchte. Nirgendwo ist die Besinnung auf das Notwendige so zu fordern, wie in der Disposition einer Sinfonie. Daß der frühere und unvergessene Dirigent des Philharmonischen Orchesters, Ernst Kunwald, die 9. Sinfonie mit einem ihm herrlich hingegebenen Instrumentalkörper grundmusikalisch darstellt, ist fast eine Selbstverständlichkeit. [...]."
[Kunwald hatte am 15.11.1926 die Neunte Beethovens aufgeführt.]
Zitierhinweis:
Franz Scheder, Anton Bruckner Chronologie Datenbank, Eintrag Nr.: 192611195, URL: www.bruckner-online.at/ABCD-192611195letzte Änderung: Aug 06, 2026, 0:00