zurück (7.5.1865, Sonntag) ID: 186505075

Brief von A. M. Storch an den »Frohsinn«:
»Wien, am 7. May 865.
Löbl. Comité
   Nachdem es mir endlich erst heute gelingen kon[n]te einen Urlaub bei meinem neugebackenen Herrn Director zu erwirken, so komme ich auch erst heute zu der mir angenehmen Äußerung, daß ich Ihrem Wunsche edle Sangesbrüder mit der größten Liebe entgegen kom[m]en kann.
   Bitte mir umgehend das Festprogram zu senden welches wohl dem Briefe beigeschloßen sein sollte, aber wahrscheinlich aus Versehen vergessen wurde -) damit ich von allem Vorgehen Einsicht nehmen kann.
   Mit höchster Achtung und bestem Gruße Ihr ergebener
AM Storch.« (*).

Brief von August Göllerich [sen.] an den »Frohsinn«:
»Lieber Freund!
   Ich habe gestern Weinwurm in der Sch..... [Scharten? Schartan?] getroffen.
   Da unser Sekretarius Dr. Danberger [Donberger?] in Folge vieler Patienten an unterschiedlicher Vergeßlichkeit leidet, hat er mir nicht [einst?] mitgeteilt, daß Ihr bereits so gütig waret, uns die Einladung zum Sängerbundesfeste zu schicken u. ich habe deßhalb gestern Weinwurm gebeten, dich daran zu erinnern, was wie ich sehe, ganz überflüssig gewesen ist, denn heut hat mir endlich Danberger [Donberger?] wärend [sic!] einer ärztlichen Berufspause mit grosser Seelenruhe mitgeteilt, daß das Einladungsschreiben schon seit mehreren Tagen in seiner Rocktasche ruht.
   Mitwoch oder Samstag wird ein Aufsaz [sic!] im Welser-Anzeiger erscheinen, u. ich brauche nicht zu widerholen [sic!], daß ich es für meine Pflicht erachte, alles zu tun, um unser Fest zu fördern.
   Wenn du mir also Mitteilungen machen willst, werde ich sie in entsprechender Form in der Voraussezung [sic!], daß Redakteur Haas mit der Aufname [sic!] einverstanden ist, benüzen [sic!].
   Chronik ist gekürzt, und wird eben abgeschrieben.
   Unsere Liedertafel studirt fleissig die ensemble-Chöre u. wird sich am feste fast vollzälig beteiligen.
   Weinwurm sagt mir, daß das Couvert beim Festessen 1 fl 20 x kosten werde.
   Ohne den Beschlüssen des geehrten Festausschusses irgend wie nahezutreten, möchte ich mir doch die Bemerkung erlauben, daß mir dieser Preis für Sänger etwas zu hoch scheint, u. daß ein billigeres Mal [sic!] eine grössere Beteiligung nach sich zöge.
   Was die von mir zu haltende Festrede anbelangt, so werde ich mich auf die Begrüssung der Versam[m]lung, Bedankung für die Förderung von Seite der Repräsentanz, Hervorhebung der Eintracht zwischen Salzburger u. Oberösterreicher und Bedeutung des deutschen Liedes beschränken und mich so kurz als möglich fassen; denn lange Redereien sind nicht beliebt.
   Solltet Ihr es wünschenswert finden, daß etwas besonderes hervorgehoben werde, so gebt mir freundliche Andeutung. 
   Mit herzlichem Grusse 
Dein 
ergebenster 
Göllerich 
Wels den 7. Mai 1865.« (**).


Zitierhinweis:

Franz Scheder, Anton Bruckner Chronologie Datenbank, Eintrag Nr.: 186505075, URL: www.bruckner-online.at/ABCD-186505075
letzte Änderung: Jul 05, 2024, 6:06