zurück 7.4.1871, Karfreitag ID: 187104075

Kritik zur Matthäuspassion [am 4.4.1871] im Neuen Fremdenblatt Nr. 97, S. 4f, signiert "h--":
[Zuerst allgemeine Bemerkungen über das Werk ... ]

     »Was die diesmalige Aufführung der »Matthäus=Passion« betrifft, so war sie in Orchester und Orgel (Herr Bruckner) vielfach schwankend, in den Chören exakt, in einzelnen Chören sogar vortrefflich, im Totaleindrucke würdig. Allerdings fehlte es nicht an Kalamitäten. [... über die Sänger (Dustmann, Gindele, die Herren Hill, Vogl, Pirk, Krauß und Raindl, Frl. Wolf), Violinsolo Grün ...] Die zum ersten Male zur Mitwirkung in Anspruch genommene Orgel förderte die Tonfülle und somit auch den Effekt der Matthäus=Passionsmusik um ein Bedeutendes, doch wurde sie erst von der Mitte des Werkes an entsprechend gehandhabt. [/] Ueberhaupt gelang der zweite Theil der »Passion« als Ganzes besser, wie der erste. [...] [am Ende:] h--« (*).
 
Die Blätter für Musik, Theater und Kunst Nr. 28 bringen auf S. 111 (= S. 3) einen Kurzbericht:
     " * (Zweites außerordentliches Gesellschafts-Concert.) Das Oratorium aller Oratorien, [... von den Solisten werden nur Vogel, Dustmann und Dr. Kraus gelobt ...] Hoforganist Prof. Bruckner war ein würdiger Vertreter der Orgelpartie. Beifalles , und zwar des gerechtesten, gab es überdieß in Fülle. Der gewaltige Chor: "Sind Blitze, sind Dommer, sind Wolken verschwunden" wurde sogar da capo begehrt und gebracht." [keine Signatur] Anschließend Besprechung eines Wiener Konzerts von Robert Heckmann aus Leipzig (*a).


Bruckner trifft in St. Florian an, wo er eine Mahlzeit einnimmt und noch am selben Tag wieder weiterreist. Eintrag im Gästebuch "Organist Bruckner" (**).


Zitierhinweis:

Franz Scheder, Anton Bruckner Chronologie Datenbank, Eintrag Nr.: 187104075, URL: www.bruckner-online.at/ABCD-187104075
letzte Änderung: Okt 11, 2024, 8:08