Kalendernotiz Bruckners: Datum angestrichen [Dienst an der Hofkapelle] (*).
Besprechung der f-moll-Messe in der »Wiener Allgemeinen Zeitung« Nr. 786, S. 7, signiert A. H. [Albert von Hermann]:
»[Von der Hof=Capelle.] Am 30. April wurde Anton Bruckner's große Messe in F unter Leitung des Componisten aufgeführt. Was Wunder, daß eine Art musikalischer Bürgerkrieg anhub. [... erwähnt werden Führich ... Motive im Gloria, die an Beckmesser erinnern ... Hellmesbergers Verdienst ... ständig wiederholte Streicherfigur beim »Resurrexit« ... Kinsky, Sopransolist K. v. Umlauff, Kinder-Alt Marx ... über die zu geringe Chorstärke ...] Diese Erwägungen zeigen, wie richtig der schon 1872 in einer freundlichen Besprechung eines Wiener Blattes gemachte Vorschlag ist, man solle diese Messe im Concertsaale vorführen und hier natürlich große Chöre heranziehen. Dann wird - wir sind dessen sicher - das Wiener Publicum auf's neue ersehen können, was Bruckner zu leisten vermag und was es an ihm besitzt. Daß dies aber nicht wenig ist, hat wieder diese Messe gezeigt. A.H.« (**).
Das Ischler Wochenblatt Nr. 19 bringt auf S. 3 eine Besprechung eines Konzerts vom 26.4.1882, in dem eine Sonate Josef Vockners aufgeführt worden war:
" Josef Vockner.
In der letzten Nummer dieses Blattes brachten wir eine dem „W. T." entnommene Kritik, über eine von Herrn Josef Vockner komponirte und von den Herren Epstein und Hellmesberger zur Ausführung gebrachte Sonate für Klavier und Violine. Wir lassen hier einen zweiten Bericht aus der „Zeitschrift für die musikalische Welt" folgen. Derselbe ist von Dr. Friedrich Elbogen und lautet: „Eine Spezialität unseres Concertlebens bilden seit Jahren die von Professorin Karoline Pruckner veranstalteten Novitäten-Soiréen. [...]
Um Herrn Vockner unsere Freude über seinen Erfolg zum Ausdrucke zu bringen, wurde ihm von seinen musikalischen Freunden aus Ischl, mit denen seine Jugend auf das Innigste verbunden ist und an welche ihn die alte Heimat und vielerlei Erinnerungen knüpfen, ein Beglückwünschungsschreiben zugeschickt, welches lautet:
Geehrter Her [sic] Vockner! Werther Freund! [...] Du wolltest Größeres leisten. Da Du aber nach vielerlei Studien zur Einsicht gelangtest, daß es unmöglich sei, die Mysterien der Tonkunst einzig und allein aus Büchern zu erlernen, so suchtest Du einen Lehrer und hattest das Glück, unseren Landsmann, Hof-Organisten Anton Bruckner, dessen Ruhm weit über die Grenzen Oesterreichs, ja Europas gedrungen, als Meister zu erhalten, der Dir nun jene tiefen Geheimnisse erschloß, die Du früher nur ahntest. Jetzt war der Weg geebnet. Nach mehrjährigem, anstrengendem Studium warst Du im Stande, eine große Sonate für Klavier und Violine zu komponiren, deren Erfolg Dein Wissen und Talent bekunden sollte [...] mit dem aus dem Herzen kommenden Wunsche, daß Du durch den Dir verliehenen göttlichen Funken und das erworbene Wissen von nun ab Werke schaffest, welche die Mit- und Nachwelt erheben und begeistern.
Ischl, den 28. April 1882." (***).
Zitierhinweis:
Franz Scheder, Anton Bruckner Chronologie Datenbank, Eintrag Nr.: 188205075, URL: www.bruckner-online.at/ABCD-188205075letzte Änderung: Okt 12, 2026, 14:14