Brief von August Göllerich an seine Mutter und Schwester:
Letzten Sonntag [23.11.1884] sei er mit Onkel Eduard Nowotny bei Fleckensteins gewesen, wo er Liszt-Werke vorgetragen und über Wagner und Bruckner gesprochen habe.
Gestern [27.11.1884] habe er beim 1. Quartettabend Hellmesbergers Zimmermanns [Robert Zimmermann] getroffen.
Neulich [20.11.1884 oder 13.11.1884?] sei er Kapellmeister Eder von der Augustinerkirche vorgestellt worden, der Künstlerabende jeden Donnerstag veranstalte. Über Möglichkeiten der Beziehungspflege.
"Mein Verhältnis zu Bruckner wird immer herzlicher u ich lerne diesen Gold-Mann erst immer noch mehr schätzen u lieben. Ich habe einzelne Compositionen von ihm in Händen gehabt u über Hals u Kopf abgeschrieben, so daß ich nicht wußte, wo mir der Kopf steht. Auch in der Harmonie-Lehre bin ich jetzt fleißig. Helms sind außerordentlich charmant."
Helm habe ihn mit Karten für alle Hellmesberger-Abende, Gesellschaftskonzerte, alle Quartettabende von Heckmann aus Köln und für alle Bülow-Konzerte versorgt. Nur zu den Philharmonischen Konzerten habe er keinen freien Eintritt.
"Er ist gegenwärtig ganz weg über Bruckner, den ich ihm mundgerecht machen will vor Allem, da mir dieser Meister dafür wieder dankbar ist. Ich spiele mit Helm meist alle Samstage vierhändig (abends.)"
Erwähnt Oesterleins Broschüre über das Wagner-Museum, die Bülow-Konzerte, Alltagserlebnisse.
Zitierhinweis:
Franz Scheder, Anton Bruckner Chronologie Datenbank, Eintrag Nr.: 188411285, URL: www.bruckner-online.at/ABCD-188411285letzte Änderung: Mär 06, 2023, 20:20