In der Morgenausgabe der Deutschen Zeitung Nr. 5116 teilt auf S. 3 Theodor Helm die Äußerungen von Eduard Marxsen über die 7. Symphonie [19.2.1886] mit:
»Concerte.
([...] - Nochmals die E-dur-Symphonie von Bruckner. - Eduard Marxsen, der Lehrer von Brahms, über Bruckner's Symphonie.)
Die großartigen Orchester=Aufführungen der letzten Zeit, insbesondere von Berlioz' Damnation de Faust" und Bruckner's E-dur Symphonie haben unsere kritische Thätigkeit so sehr in Anspruch genommen, daß wir mit dem Bericht über die verschiedenen Solo=Concerte der Saison stark in Rückstand gekommen sind. [... über diverse Konzerte, darunter einen Quartettabend Heckmanns ...] Indem wir Dieses schreiben [...] zittert in uns und gewiß auch in vielen unserer Leser noch immer der gewaltige Eindruck nach, welchen das musikalische Hauptereigniß der letzten Woche, die erste Aufführung von Bruckner's E-dur-Symphonie durch die Philharmoniker in Wien hervorrief. [... Zitate aus der Kritik eines Brahms-Verehrers [Hanslick]... ] Da der betreffende Kritiker ganz besonders Johannes Brahms verehrt, und dieser Meister gewiß nicht minder seinen ehemaligen Lehrer, den bereits von Robert Schumann hochgehaltenen Musikdirector Eduard Marxsen in Altona, dürfte das Urtheil des letztgenannten ehrwürdigen Kunstveterans über Bruckner doppelt interessiren.
Eduard Marxsen hörte die E-dur-Symphonie gelegentlich der Hamburger Aufführung und ließ nun Bruckner durch briefliche Vermittlung eines seiner Schüler, des Herrn E. Schweitzer (Musikers und Musikkritikers ebenfalls in Altona) wörtlich Folgendes sagen: "Es gäbe in Hamburg und Altona wohl Niemanden, den Bruckner's Werk mit solcher Freude, solcher Begeisterung und solcher Hochachtung vor seinem Genie und seinem enormen Wissen und Können erfüllt habe, wie ihn (Marxsen) und er würde die E-dur-Symphonie vom Anfang bis zum Ende voller Andacht anhören und sollte sie zehnmal hintereinander gemacht werden, denn er sei überzeugt, mit jedem Male würden ihm neue Schönheiten aufgehen."
So äußert sich, wie gesagt, der Lehrer Johannes Brahms', Eduard Marxsen, der andererseits auf seinen großen Schüler unendlich stolz ist und auch Ursache hat, stolz zu sein. Ein Beweis, daß man ohne Voreingenommenheit, nur mit etwas gutem Willen vollständig auseinanderlaufenden Richtungen, soferne sie nur künstlerisch bedeutend repräsentirt werden, gleich gerecht werden kann. Der Brief des Herrn E. Schweitzer (datirt Altona 27. Februar 1886), in welchem derselbe den Auftrag seines Meisters Marxsen vollzieht, ist in Professor Bruckner's Besitz, eine wortgetreue Copie des inhaltreichen Schreibens in den Händen des Unterzeichneten.
Theodor Helm.« (*).
»Concerte.
([...] - Nochmals die E-dur-Symphonie von Bruckner. - Eduard Marxsen, der Lehrer von Brahms, über Bruckner's Symphonie.)
Die großartigen Orchester=Aufführungen der letzten Zeit, insbesondere von Berlioz' Damnation de Faust" und Bruckner's E-dur Symphonie haben unsere kritische Thätigkeit so sehr in Anspruch genommen, daß wir mit dem Bericht über die verschiedenen Solo=Concerte der Saison stark in Rückstand gekommen sind. [... über diverse Konzerte, darunter einen Quartettabend Heckmanns ...] Indem wir Dieses schreiben [...] zittert in uns und gewiß auch in vielen unserer Leser noch immer der gewaltige Eindruck nach, welchen das musikalische Hauptereigniß der letzten Woche, die erste Aufführung von Bruckner's E-dur-Symphonie durch die Philharmoniker in Wien hervorrief. [... Zitate aus der Kritik eines Brahms-Verehrers [Hanslick]... ] Da der betreffende Kritiker ganz besonders Johannes Brahms verehrt, und dieser Meister gewiß nicht minder seinen ehemaligen Lehrer, den bereits von Robert Schumann hochgehaltenen Musikdirector Eduard Marxsen in Altona, dürfte das Urtheil des letztgenannten ehrwürdigen Kunstveterans über Bruckner doppelt interessiren.
Eduard Marxsen hörte die E-dur-Symphonie gelegentlich der Hamburger Aufführung und ließ nun Bruckner durch briefliche Vermittlung eines seiner Schüler, des Herrn E. Schweitzer (Musikers und Musikkritikers ebenfalls in Altona) wörtlich Folgendes sagen: "Es gäbe in Hamburg und Altona wohl Niemanden, den Bruckner's Werk mit solcher Freude, solcher Begeisterung und solcher Hochachtung vor seinem Genie und seinem enormen Wissen und Können erfüllt habe, wie ihn (Marxsen) und er würde die E-dur-Symphonie vom Anfang bis zum Ende voller Andacht anhören und sollte sie zehnmal hintereinander gemacht werden, denn er sei überzeugt, mit jedem Male würden ihm neue Schönheiten aufgehen."
So äußert sich, wie gesagt, der Lehrer Johannes Brahms', Eduard Marxsen, der andererseits auf seinen großen Schüler unendlich stolz ist und auch Ursache hat, stolz zu sein. Ein Beweis, daß man ohne Voreingenommenheit, nur mit etwas gutem Willen vollständig auseinanderlaufenden Richtungen, soferne sie nur künstlerisch bedeutend repräsentirt werden, gleich gerecht werden kann. Der Brief des Herrn E. Schweitzer (datirt Altona 27. Februar 1886), in welchem derselbe den Auftrag seines Meisters Marxsen vollzieht, ist in Professor Bruckner's Besitz, eine wortgetreue Copie des inhaltreichen Schreibens in den Händen des Unterzeichneten.
Theodor Helm.« (*).
Vorankündigung (»Trösterin Musik« am 11.4.1886) in der »Presse« Nr. 90 auf S. 15:
» - Das diesjährige Concert des Akademischen Gesangvereins findet am 11. April Mittags unter der Leitung des Universitäts=Musikdirectors Rudolf Weinwurm im großen Musikvereinssaale statt. Das hochinteressante Programm enthält unter Anderm Novitäten von Anton Bruckner ("Trösterin Musik"), Brahms [...]« (**)
und in der Neuen Freuen Presse Nr. 7756 auf S. 6:
" - Das diesjährige Concert des Akademischen Gesangvereins findet am 11. April Mittags unter der Leitung des Herrn Rudolph Weinwurm im großen Musikvereinssaale statt. Das interessante Programm
enthält u. A. Novitäten von Anton Bruckner ("Trösterin Musik"), Brahms [...]" (***).
Zitierhinweis:
Franz Scheder, Anton Bruckner Chronologie Datenbank, Eintrag Nr.: 188603315, URL: www.bruckner-online.at/ABCD-188603315letzte Änderung: Feb 02, 2023, 11:11