zurück 4.5.1890, Sonntag ID: 189005045

Kalendernotiz Bruckners: Zusatz »Br« bei dieser Woche [Dienst an der Hofkapelle] (*).

Die Linzer Zeitung teilt mit, daß August Göllerich, ein Schüler Bruckners und Liszts, Theodor Schmidt und Anna Schmidt-Allizar die künstlerische Leitung der Ramann-Volkmannschen Musikschule in Nürnberg übernommen haben. Göllerich habe am 27.4.1890 einen Klavierabend gegeben [Text nahezu identisch, aber mit Signatur, auch in der NZfM vom 28.5.1890, vermutlich nach dem Originalartikel]:
"Die neuen Leiter der Ramann=Volckmann'schen Musikschule in Nürnberg.
     Unseren Lesern ist bekannt, daß die artistische Leitung der Ramann=Volckmann'schen Musikschule in Nürnberg in die Hände der Herren August Göllerich und Theodor Schmidt gelegt wurde und daß auch die Gattin des letzteren Frau Anna Schmidt=Allizar ihre Thätigkeit dieser Schule widmet. Die Genannten traten am 27. v. M. zum erstenmal vor das Nürnberger Publicum. Ueber dieses Concert schreibt der Referent des "Fränkischen Kurier" u. a.:
     "Frau Schmidt=Allizars Stimme ist [... über die Sängerin Schmidt-Allizar ...]
     "Am gespanntesten war ich darauf, die musikalische Bekanntschaft des Herrn August Göllerich zu machen. [... über Göllerichs Liszt-Buch, über Göllerich als Musikschriftsteller ...]
     "Als ausübender Künstler genießt er einen sehr guten Ruf. Er hat seine theoretischen Studien bei dem Symphoniker Anton Bruckner in Wien gemacht und ist dann, wie gesagt, zu Meister Franz Liszt gekommen, zu dessen engerem Schülerkreis er in Weimar, Pest und Rom gehört hat. [... über das meisterhafte Klavierspiel ...] Ich beglückwünsche die Künstler ob ihres Erfolges. Sie haben sich vortrefflich hier eingeführt. Das Wohl der Schule ist, wie mir scheint, zuverlässigen und bewährten Händen anvertraut. Möge sie durch dieselben fernerhin blühen, wachsen und gedeihen!" [keine Signatur "F. Jäger"] (**).

Die Ostdeutsche Rundschau Nr. 5 meldet auf S. 5, daß Wien ein Mozart-Denkmal errichten werde. Dies möge auch den größten lebenden Meister, Anton Bruckner, in seinem sorgenvollen Dasein stärken:
     "Mozartiana.
      [...] Im Augenblicke, da Wien daran geht, Mozart, dessen Grab es nicht kennt, ein steinernes Denkmal zu errichten, mag ein so ergreifender Einblick in die überaus einfachen häuslichen Verhältnisse des Genius unserer Generation heilsame Erwägungen bieten, - einem größten Meister aber unter uns - Anton Bruckner - einige Stärkung gewähren im Sorgen-Dasein, das auch ihm das Wien von heute bereitet! [...]" Es folgt die komplette Verlassenschaftsabhandlung Mozarts mit den Inventarlisten (***).

Die Steyrer Zeitung Nr. 36 informiert auf S. 5 über die 7. Symphonie am 26.4.1890 und 27.4.1890:
     "Neue Erfolge unseres Landsmannes Bruckner. Die Compositionen des Herrn k. k. Hoforganisten A. Bruckner in Wien finden jetzt überall große Anerkennung. Gestern meldete das "Linzer Volksblatt": "Bruckners siebente Symphonie wurde am 26. April in Hamburg und am 27. April in Preßburg aufgeführt. Der Erfolg war in beiden Städten für den Componisten ein äußerst günstiger und namentlich rühmt die Kritik dem Adagio (2. Satze) nach, daß dasselbe unbedingt den ersten Meisterwerken Beethovens angereiht zu werden verdiene."" (°).


Zitierhinweis:

Franz Scheder, Anton Bruckner Chronologie Datenbank, Eintrag Nr.: 189005045, URL: www.bruckner-online.at/ABCD-189005045
letzte Änderung: Apr 10, 2023, 15:15