zurück 16.9.1894, Sonntag ID: 189409165

Brief Bruckners an Leopold Schrötter:
   Dankt für den Brief [vom 11.9.1894]. Die Atemnot sei etwas gebessert. Er werde von Dr. Klotz betreut. Über das kalte Wetter. Bevor er Steyr verlasse, werde er Schrötter telegraphieren. Grüße an die Familie. Der Prälat [Ferdinand Moser] habe ihm telegraphiert [vgl. 11.9.1894, wegen des Begräbnisortes?] (*).

Der Alpen-Bote Nr. 74 berichtet auf S. 2f über die Versammlung der Steyrer Liedertafel [am 12.9.1894]:
"              Oertliches.
[...]
     (Außerordentliche General=Versammlung der "Steyrer Liedertafel.") Nach mehrwöchentlicher Ferialpause, während welcher das Vereinsleben vollständig ruhte, begann die "Steyrer Liedertafel" am verflossenen Mittwoch den 12. d. M. die Thätigkeit im neuen Vereinsjahr mit einer außerordentlichen General=Versammlung, die von unterstützenden und ausübenden Mitgliedern der "Steyrer Liedertafel" in erfreulich großer Anzahl besucht war. Der Hauptgegenstand der Tagesordnung bestand in dem Antrage des Ausschusses, den in den Mauern unserer Stadt weilenden Meister im Reiche der Harmonie, den gottbegnadeten Dichter unvergänglicher Symphonien, Herrn Dr. Anton Bruckner, Lector an der Wiener Universität &c., anlässlich seines 70. Geburtstages zum Ehrenmitgliede zu ernennen. Der Vorstand der Liedertafel, Herr Dr. Franz Angermann, schilderte in begeisterten Worten die Größe und Bedeutung des Meisters in der musikalischen Welt, hob seine unerreichten Verdienste um die deutsche Musik hervor und wies auf seine Herzensgüte und Liebenswürdigkeit im Umgange hin, welcher die Mitglieder der Liedertafel viele erhebende, genussreiche Stunden verdanken. Die Liedertafel erfülle die Pflicht der Dankbarkeit und Verehrung, wenn sie dem berühmten, hochverehrten Musikheroen die höchste Auszeichnung, über die der Verein verfügt, verleihe. Die Versammlung stimmte unter lebhaftem Beifall den Worten des Herrn Vorstandes zu und erhob sich einhellig, um ihrer freudigen Zustimmung zu dem Antrage des Ausschusses Ausdruck zu geben, worauf die Mitglieder zu Ehren des neuen Ehrenmitgliedes das Vereinsmotto anstimmten. Die Begeisterung fand ihren Gipfelpunkt in der Absingung der wundervollen, von echt deutschem Sinne beseelten Composition des Herrn Dr. Anton Bruckner "Sängerbun" [sic], welcher Chor von der Liedertafel seinerzeit vor dem Meister selbst zu seiner vollen Zufriedenhait gesungen worden war.
     Nach einer längeren Pause gab der Herr Vorstand bekannt, [... geplante Kontakte mit Budweis, Widmung eines Chors von Thomas Koschat, Enthüllung des Werndl-Denkmals im Oktober ....]" (**).


Zitierhinweis:

Franz Scheder, Anton Bruckner Chronologie Datenbank, Eintrag Nr.: 189409165, URL: www.bruckner-online.at/ABCD-189409165
letzte Änderung: Jul 11, 2024, 6:06