Ein Inserat in den Münchner Musikalischen Nachrichten macht auf die Aufführung der 4. Symphonie am 13.1.1897 aufmerksam (*).
Ein Artikel in "Die Zeit" Nr. 119 auf S. 25 erwähnt Siegfried Ochs und die Aufführung des "Te deum" in Berlin (**).
Das Neue Wiener Journal Nr. 1154 kündigt auf S. 7 die Aufführung des Quintetts am 14.1.1897 in Steyr an (***).
Das Linzer Volksblatt Nr. 6 kündigt auf S. 3 an, dass der Ertrag des Konzerts vom 31.1.1897 für eine Bruckner-Gedenktafel in Windhaag verwendet wird:
" Freistadt. (Schubert-Jubiläum.) Nachdem das Programm zu der bereits angekündigten Schubertfeier nunmehr festgestellt ist, nehmen auch natürlicherweise die Proben hiezu ihren geregelten Gang. [...]. Es wird demnach die Schubertfeier am 31. Jänner d. J. um ½4 Uhr nachmittags beginnen. [...]. Ein allfallsiger Ueberschuss ans den Einnahmen gelegentlich dieses Concertes wird als Beitrag zur Errichtung einer Gedenktafel für Dr. Anton Bruckner, die an der Volksschule zu Windhaag bei Freistadt angebracht werden soll, verwendet." (°).
In einem Artikel im Deutschen Volksblatt Nr. 2881 auf S. 1f beklagt Anton August Naaff das Verhalten vieler maßgeblicher Musikkreise Bruckner gegenüber und die auch heute zu befürchtende Ablehnung jüngerer Künstler:
" Zur Schubert-Jahrhundertfeier.
Ein Vor- als Mahnwort von Anton August Naaff.
Das Jahr 1897 ist nach dem Durchschnittskalender zwar ein sogenanntes „gewöhnliches" Jahr von 365 Tagen; für die musikalische Kunst und Kunstgesellschaft aber ist es ein Sonderjahr, denn es wird von dem Nachglanz und von der Erinnerung der vor hundert Jahren erfolgten Geburt Franz Schubert's verklärt und geweiht! [... Seite 2:] Und gerade zur Schubert-Jahrhundertfeier müssen wir rückhaltlos darauf hinweisen, um eine tiefe Lehre und Mahnung— daraus darzustellen. Vor wenigen Wochen erst schritten wir hinter dem Sarge Anton Bruckner's, des großen deutschen Symphonikers, der das Ende des Jahrhunderts würdig krönte, wie ein Beethoven es gigantisch-erhaben eröffnet hatte. Und dieser Meister Bruckner war ebenfalls ein armer, schlichter Volksschullehrer, hatte ebenfalls wie Schubert mit Entbehrung und Hemmung zu kämpfen, und der Schluß? Schubert wurde 32 Jahre alt, starb also viel zu jung, um der Mitwelt die nöthige Zeit zu gewähren, ihn richtig zu erkennen; Bruckner wurde 70 Jahre alt, ehe seine eigenartige Kunst nur einigermaßen erfaßt und von einem kleinen Kreise gerecht gewürdigt wurde, ein förmlicher eiserner Ring von Bruckner-Gegnern in den sogenannten maßgebenden Musikkreisen, in der capitalistisch-liberalistischen Presse und Gesellschaft suchte ihn hartnäckigst von der allgemeinen Anerkennung abzuschließen, so daß es erst in den letzten zehn Jahren den Vorkämpfern zur Erneuerung deutschen Kunstlebeus einigermaßen gelang, den so oft bald als bizarr-zügellos, dann wieder als langweilig, bald als halbverrückt oder bäuerisch-verschroben und plump verspotteten größten Symphoniker unserer Zeit zu der ihm gebührenden Anerkennung zu verhelfen! Und als dieser zweite kleine Schullehrerssohn und Großmusiker Mittelösterreichs, 70 Jahre alt, endlich jüngst dahingestorben war, wurde er von einer gewissen Kritik, die in Wien noch immer offen sich breit machen darf, noch über's Grab hinaus in einer Weise bekämpft, die späteren Geschlechtern einmal noch weit mehr das Recht geben wird, ihre Mißbilligung über das heutige Kunsttreiben zu äußern, als wir es uns heute etwa zusprechen dürfen, über die zu geringe Würdigung Schubert's in seiner Zeit zu scharf zu Gericht zu sitzen! [...]" (°°).
Zitierhinweis:
Franz Scheder, Anton Bruckner Chronologie Datenbank, Eintrag Nr.: 189701095, URL: www.bruckner-online.at/ABCD-189701095letzte Änderung: Aug 16, 2026, 20:20