Aufführung der 4. Symphonie durch das Kaim-Orchester unter Zumpe in München. Der erste Satz wird zur Wiederholung verlangt.
Richard Strauss, dessen Violinkonzert aufgeführt wird, ist im Publikum (*). Er wird von Pauline begleitet (**).
Weitere Mitwirkende des Konzerts: Alfred Krasselt (Solist im Violinkonzert von Strauss) und Eduard Bach (Klavierbegleitung) (***).
Die Aufführung der d-Moll-Messe am 15.1.1897 [recte: 17.1.1897] wird
von der Linzer Zeitung (°)
und von der Reichspost Nr. 9 auf S. 10 (°°) angekündigt.
Ein Feuilleton-Artikel "Erinnerungen an Anton Bruckner" [1. Teil] erscheint in der Reichspost Nr. 9 auf S. 1:
" Wie viele geniale Männer, litt Bruckner an großer Zerstreutheit. Wir waren Zeugen der folgenden artigen
Scene, die sich in einem Berliner Restaurant abspielte; [... verwechselt bei der Bestellung kaltes und warmes Essen ...].
In seinem späteren Alter litt Bruckner an einer ganz eigenthümlichen, selten vorkommenden Krankheit, der sogenannten Zählkrankheit. Alles, was ihm vor Augen kam, zählte er: [... Gästeanzahl bei Fürstin M. [Metternich?] in Wien ...]. Bei den Proben zum Te Deum saß B. stets in der ersten Parkettreihe der Berliner Philharmonie und merkte haarscharf auf, ob er etwas zu corrigiren hätte. Er hatte nur selten nöthig, die Auffassung des Herrn Directors Ochs zu mißbilligen, da Chor und Orchester, von der Größe des Werkes begeistert, ihr Bestes thaten. [... Posaunen soll statt "ppp" (so in der Partitur) "fff" blasen ...]. (Schluß folgt.)" (°°°).
Brief von Theodor Reisch an Ignaz Bruckner:
Das Schreiben vom 7.1.1897 habe er zeitgleich mit Rosalias Hubers Brief erhalten. Er habe an Rosalia geschrieben:
Gustav Hubers Schreiben zur Nachlass-Verteilung gingen nicht konform mit Ignaz' Willen, die Gegenstände von historischer Bedeutung zusammenzuhalten. Ignaz wolle bei der Verteilung die Tabatière, das beste Porträt, die [Tilgner-]Büste, das Arbeitstischchen und das Bett übernehmen; das Angebot, Porträts und Büste der Gemeinde Wien zu überlassen, habe er wohl zurückgenommen. Wenn aber der von Reisch vorgesehene Preis von 300.- fl gezahlt würde, müsse man beim Angebot bleiben, vor allem angesichts der 1000.- fl, die die Stadt für die Leichenfeierlichkeiten aufgebracht habe. Für welche der Varianten sich Rosalia entscheide? Ignaz erhalte eine Abschrift dieses Briefes. Erinnert noch an die Gebührenausweise zum Vermögensbekenntnis [29.12.1896].
Reisch bittet Ignaz, auf die Fragen des zitierten Briefes bald zu antworten. Adresse Kathi Kachelmayr: Wien IV. Weidingergasse No. 21, I. Stock, Türe 8 (#).
Zitierhinweis:
Franz Scheder, Anton Bruckner Chronologie Datenbank, Eintrag Nr.: 189701135, URL: www.bruckner-online.at/ABCD-189701135letzte Änderung: Aug 13, 2026, 13:13