In seinem Artikel "Johannes Brahms" in der Deutschen Zeitung, S. 1, bekennt Theodor Helm, daß ihn Bruckners Symphonien mehr begeistern als die Brahmsschen (*).
Bruckner wird auch in den Nachrufen
des Deutschen Volksblatts Nr. 2968 auf S. 1 [Text folgt unten] (**),
im Feuilleton von Gaigg von Bergheim in der Reichspost Nr. 78 auf S. 1 [Text folgt unten] (***)
und im Nachruf (signiert "Hagen") in der Ostdeutschen Rundschau Nr. 96 auf S. 1f (°) erwähnt.
In einem Vortragsabend der Klavierklasse von Ella Kerndl wird u.a. das Scherzo der 5. Symphonie (Klavierauszug für 2 Klaviere von Th. Helm jun.) aufgeführt (°°).
In einem Konzertbericht der Innsbrucker Nachrichten Nr. 77 auf S. 4, signiert "–eh.", wird an die Aufführung der 4. Symphonie [am 5.3.1897] erinnert und die Wiederholung [am 30.4.1897] angekündigt:
" Nachdem uns der Musikverein in seinem vierten Mitglieder Concerte mit einem der eigenartigsten originellsten Werke orchestraler Tonkunst in einer ausgezeichneten Aufführung bekannt gemacht, mit der romantischen Symphonie von Bruckner, deren beabsichtigte Wiederholung im letzten Concerte wir mit Freuden begrüßen können, bot er uns in dem zweiten außerordentlichen Concerte am 2. April ein ganz neues Werk des in Berlin lebenden Componisten Heinrich Hofmann: Prometheus für Soli, Chor und Orchester. [...]" (°°°).
(**) Im Nachruf im Deutschen Volksblatt Nr. 2968 auf S. 1-3 wird Bruckner von Carl Staubach nur kurz und beiläufig erwähnt:
" Johannes Brahms.
Eine kurze Spanne Zeit ist verstrichen, seit die unerbittliche Parze den Lebensfaden des großen Symphonikers Bruckner durchschnitt, und wieder stehen wir an der Bahre eines großen deutschen Musikers, der mit seinen unsterblichen Werken alle Welt erfreute. [...] (**).
(***) Die Reichspost Nr. 78 bringt auf S. 1 einen Nachruf auf Johannes Brahms von Gaigg von Bergheim, in dem Bruckner mehrfach erwähnt wird:
" Dem großen Meister Dr. Anton Bruckner ist nun in dieser Musiksaison ein nicht minder großer Componist gefolgt, der in unser lieben Vaterstadt gelebt und gewirkt hat — Johannes Brahms. Sehr lange Zeit hindurch bezeichnete man diese beiden Größen auf dem Gebiete der absoluten Musik als individuelle Gegner und sie waren es auch stets; man konnte den einen nicht nennen, ohne an den andern zu denken. So streng waren die Gegensätze, welche beide in ihrer Compositionsweise entfalteten. Persönlich kannten diese beiden edlen, bescheidenen und gemüthlichen Männer keine Gegnerschaft; wie es echten Künstlernaturen geziemt, ehrte und achtete einer den andern, schätzte jeder die Meisterwerke seines Antipoden.
Brahms, der seinen Vornamen gerne mit der biblischen Bezeichnung „Johannes" belegte, war ein Deutscher, durch seine Geburt in Hamburg ein norddeutscher Meister. Nicht wie Bruckner, der mit der Muttermilch die volksthümliche Musik seines Landes, den oberösterreichischen Ländler und den leichten Fluß der Wiener Volksweise in sich eingesogen hat, nährte sich Brahms zuerst an dem strengen Satze und dem festen Gefüge der classischen Tonkunst, deren Ursprung in Bach liegt. [...] Gleich Bruckner hat sich Meister Brahms auf das Gebiet der Oper nicht begeben, nicht weil ihm die Technik des Orchesters und des Chores gefehlt hätte, sondern weil ihm die dramatische Form der Musik nicht zusagte. [...] Wer wird jetzt die Erbschaft der großen Männer übernehmen, die der Boden unserer Vaterstadt großgezogen und die die Liebe zu unserem Wien genährt und gestärkt hat? Wer war größer, Bruckner oder Brahms? fragt man vielleicht jetzt noch mehr als früher. Lassen wir den Streit an der offenen Bahre des Künstlers und begnügen wir uns mit der Ueberzeugung: Er war groß!" (***).
Zitierhinweis:
Franz Scheder, Anton Bruckner Chronologie Datenbank, Eintrag Nr.: 189704065, URL: www.bruckner-online.at/ABCD-189704065letzte Änderung: Aug 25, 2026, 20:20