zurück 5.4.1897, Montag ID: 189704055

Kritik des Konzerts vom 28.3.1897 (mit "Helgoland") in der Neuen Freien Presse Nr. 11717 auf S. 4, signiert "R.":
    "Concerte.
   [...] Die Chorleistungen des Männergesang=Vereines standen auf gewohnter, das Programm auf ungewohnter Höhe. Als Hauptstücke desselben erschienen [... und] Bruckner's vom Vereins=Jubiläum her bekannter Chor "Helgoland". – [über weitere Konzerte] R." (*).

Die Christliche Wiener Frauen-Zeitung Nr. 7 meldet auf S. 6: "[...] – In Linz wird dem berühmten katholischen Componisten Bruckner ein öffentliches Denkmal errichtet." (**).

Die Wiener Sonn- und Montags-Zeitung Nr. 14 bringt auf S. 6 einen kurzen Nachruf auf Brahms, signiert "h. w." [Hans Woerz]:
"[...] Was wir unsererseits von Brahms denken, haben wir erst vor einigen Monaten in diesen Blättern ausgesprochen, damals, als zu Beginn der jetzt am Ende angelangten Concertsaison Dr. Anton Bruckner aus den Reihen der Lebenden geschieden war. Heute haben wir jenen warm empfundenen Worten nichts beizufügen, als den schlichten Ausdruck wahren Schmerzes über den Hintritt des noch größeren Künstlers, der seine Werke mit den düsteren Todesahnungen der „vier ernsten Gesänge" abgeschlosien hat.       h. w. " (***).

Der Konzertbericht auf Seite 9, signiert "H. W.", geht auch auf das Konzert vom 28.3.1897 ein:
"[...]     Ganz anders pulsirt das Leben in den großen und kleinen Concertsälen. Das Orchesterconcert des Wiener Männergesangvereines zeigte uns d[i]ese auserlesene Sängerschaar wieder einmal in der ganzen Pracht ihrer Stimmherrlichkeit; solche Fülle, Kraft und Weichheit des Klanges, solche feine Abtönung aller Nuancen, solche Sicherheit des Vortrages im einfachsten wie im schwierigsten Genre verdient die volle Bewunderung von Laien und Kennern. [... über Reineckes Chor ...] Was diesem Werke an Originalität mangelt, erschien durch eine andere Widmungs­gabe, durch Bruckner's "Helgoland" reichlich ersetzt. Man hat dieses große Chorstück schon im Jubiläumsconcert des Wiener Männergesangvereines (1893) kennen gelernt, es wird aber wohl noch öfter gesungen werden müssen, bis sich das Publicum in der allzu complicirten und weitschweifigen Tondichtung zurecht findet, die viel einfacher sein müßte, um populär zu werde». "Helgoland" war aber jedenfalls die Hauptnummer des letzten Concerts; unmittelbar vorher trug Frl. Pancera das Grieg'sche A-moll-Concert schön, gediegen und mit bester Wirkung vor. Derartige Leistungen werden wir immer gerne anerkennen.  [...]" (°).


Zitierhinweis:

Franz Scheder, Anton Bruckner Chronologie Datenbank, Eintrag Nr.: 189704055, URL: www.bruckner-online.at/ABCD-189704055
letzte Änderung: Aug 25, 2026, 10:10