Die Linzer Tages-Post Nr. 285 teilt auf S. 4 mit, daß für das Steyrer Bruckner-Denkmal so viel Spenden eingegangen sind, daß das Denkmal gesichert ist:
" (Bruckner-Denkmal in Steyr.) Man schreibt uns von dort am 11. d. M.: Die Sammlungen für das Buckner-Denkmal (nach dem Entwurfe des Bildhauers Zerritsch) haben ein so reichliches Ergebnis gehabt, dass das Denkmal für Steyr gesichert ist und an [sic] der Herstellung desselben nunmehr begonnen werden wird. Die Sparcasse Steyr allein hat für die Errichtung des Bruckner-Denkmals 1000 fl. gewidmet." (*).
Die Klagenfurter Freie Stimmen Nr. 149 bringen auf S. 2 eine Besprechung des Konzerts vom 8.12.1897:
" – Concert des Männergesangvereines "Eintracht". Das am Mittwoch, den 8. d. M um halb 5 Uhr nachmittags im großen Wappensaale des Landhauses unter gefälliger Mitwirkung des Fräul. Aurelie Kroneisen und des Orchesters des k. u. k. Inf-Reg. Nr. 17 abgehaltene Concerl des Männergesangvereines "Eintracht" nahm einen durchwegs gelungenen Verlauf und erfreute sich eines sehr starken Zuspruches von Seite des Publicums. [... Leonoren-Ouvertüre ...] Nach dieser Nummer sang der Verein Bruckner's wirksamen und zeitgemäßen „Germanenzug" mit Orchester und brachte das herrliche, markig tiefe Tonwerk zur vollsten Geltung. Reichlicher Beifall folgte der gelungenen Wiedergabe. [...]" [keine Signatur] (**).
Die Klagenfurter Zeitung Nr. 285 begnügt sich auf S. 2 mit einer Erwähnung:
" * (Concert des Männergesangvereines "Eintracht" im großen Wappensaale am 8. d.) Der ersten Gesangsnummer „Germanenzug" von Dr. Anton Bruckner ward, um die künstlerische Verwandtschaft der Composttionsweise anzudeuten, Beethovens „Leonoren-Ouverture vorangestellt und vom Militärorchester unter der Direktion des Herrn Kapellmeisters Karl Kees ausgeführt. [...]" [keine Signatur] (***).
Der Referent des Salzburger Volksblatts Nr. 283, signiert "R.", nimmt seinen Bericht über das Konzert vom 12.12.1897 auf S. 9 zum Anlass, das Verhalten des Publikums zu kritisieren:
"[...] Wir können es diesmal nicht mehr unterlassen, einige ernste Worte an das Publikum zu richten. Es ist unbegreiflich, wie man sich einer solchen Aufführung gegenüber (Brahms Serenade) so indolent verhalten kann. Wie lange wird es noch dauern, bis man Brahms begreift, [...]
Das Herz thut einem wehe, wenn man bemerken muß, mit welcher unverständlichen Kühle die großartigen Schöpfungen unserer modernen Meister, wie Bruckner und Brahms, aufgenommen werden. In anderen Städten, groß oder klein, entfesselt ein solches Meisterwerk, wie die genannte Serenade, stets einen wahren Beifallssturm. In der Mozartstadt überlegt man sich's aber lange, ob man überhaupt eine Hand rühren soll. Noch mehr! – Manchen scheint es langweilig zu werden, – sie gehen nach dem ersten oder zweiten Satze fort. [...]
Alles rennt, rettet, flüchtet,
Blitzschnell ist der Saal gelichtet.
So klingen die erhabensten Harmonien aus in eine Dissonanz. R. " (°).
[Die Linzer Tages-Post Nr. 287 vom 16.12.1895 macht auf S. 6 ebenfalls Andeutungen zum Publikumsverhalten (°a).]
Zitierhinweis:
Franz Scheder, Anton Bruckner Chronologie Datenbank, Eintrag Nr.: 189712145, URL: www.bruckner-online.at/ABCD-189712145letzte Änderung: Sep 02, 2026, 8:08