Das Musikalische Wochenblatt erwähnt auf S. 646f im Berliner Musikbrief die 5. Symphonie [24.10.1898]. Tschaikowskys "Manfred"-Symphonie sei wie Bruckners Werk zutreffender als Phantase zu bezeichnen (*).
Auf S. 650 wird eine Klavieraufführung der 8. Symphonie [vor dem 10.11.1898] besprochen (**).
"Der Humorist" Nr. 32 berichtet auf S. 7 von einer Aufführung der 5. Symphonie am 2.11.1898 im Frankfurter Stadttheater, signiert "H. v. F.":
" Bei dem zweiten dieswinterlichen Opernhausconcert, welches am 2. November stattfand, ist das Orchester auf 96 Mann verstärkt worden und Kapellmeister Rottenberg, der tüchtige Concertleiter, brachte dem Publicum zum erstenmal eine Symphonie (die fünfte in B-dur) seines bedeutenden Landsmannes Bruckner zu Gehör. Schon in früheren Jahren hat uns Dr. Rottenberg mit interessanten Arbeiten dieses Componisten bekannt gemacht und wir verdanken den Versuchen manche angenehme.Stunde. Auch in seiner fünften Symphonie lernten wir den ehrwürdigen alten Meister, dessen Kleinmalerei in der Feinkunst der Musik prächtige Stimmungsbilder zu schaffen versteht, von seiner besten Seite kennen. Eigenthümlich berührte nur bei der Schönheit der musikalischen deen, daß es dem Componisten so oft an der formalistischen Musterung gebricht, und daß ihm etwas gänzlich zu mangeln scheint: der vermittelnde Uebergang. Aber trotz dieser Mängel machte die Composition einen tiefen Eindruck und fand beim Publicum Verständnis und Beifall. [... Mitwirkende: Max Gießwein (Tenor) und Moritz Moskowsky ...] H. v. F. " (***).
Zitierhinweis:
Franz Scheder, Anton Bruckner Chronologie Datenbank, Eintrag Nr.: 189811105, URL: www.bruckner-online.at/ABCD-189811105letzte Änderung: Okt 26, 2026, 14:14