Ankündigung des Konzerts vom 26.2.1899 mit der 6. Symphonie
in der Neuen Freien Presse Nr. 12391 auf S. 8 (*),
der Wiener Zeitung Nr. 41 auf S. 6 (*a),
im Neuen Wiener Tagblatt Nr. 50 auf S. 10 (**).
Auf dieses Konzert machen auch das Vaterland Nr. 50 auf S. II des 1. Beiblatts (= S. 10) (***)
und ein Inserat im Fremdenblatt Nr. 50 (Morgenblatt) auf S. 15 aufmerksam (°).
Im Neuigkeitsweltblatt Nr. 41 erscheint auf S. 5 ein Bericht über die Aufführung des Quintetts [am 7.2.1899]:
"[...] Der vorletzte Kammermusik-Abend des Rosé-Quartettes gewährte den zahlreichen Verehrern dieser ausgezeichneten Musikvereinigung mit dem Bruckner'schen Quintett einen besonderen Hochgenuß. Namentlich nach dem herrlichen Andante, dessen Schönheiten durch das vorzügliche Zusammenspicl zum vollen Ausdrucke kamen, wurden die Vortragenden durch stürmischen Applaus ausgezeichnet. [...]". In der Besprechung der Symphonie von César Franck wird dieser mit Bruckner verglichen [keine Signatur] (°°).
Die Arbeiter-Zeitung Nr. 50 äußert sich auf S. 4 zum Bruckner-Denkmal:
" * Zwei neue Denkmäler soll Wien bekommen. Die Errichtung des einen hat sogar der Gemeinderath beschlossen, der sonst viel Sinn und viel Geld für Kirchenbauten, aber wenig Sinn und wenig Geld für die Ansprüche „profaner" Kulturbedürfnisse hat. Die Herren möchte [sic] ja wohl Monumente ihres Geistes errichten, aber die Gegenwart ist noch nicht reif fiir ein erzenes Canistus-Standbild. So machen sie denn, um ihr läppisches Banausenthum nicht in seiner ganzen Kahlheit zu enthüllen, vorläufig den Kulturhütern unserer Zeit kleine Konzessionen und haben den Beschluß gefaßt, dem Andenken des Meisters der Töne Anton Bruckner ein Denkmal zu widmen, für dessen Errichtungsfonds aus Gemeindemitteln 5000 fl. beigesteuert werden sollen. Bruckner hat in Wien gelebt und gewirkt, von hier aus verbreitete sich der Ruhm seines Genius über die ganze Kulturwelt. Sein Ruhm war aber auch der Ruhm unserer Stadt, die durch ihn zeugen konnte, daß sie noch imnier eine Metropole der Tonkunst und ihrer Pflege sei. Bruckner zählt zu den Heroen von Wien, und es wäre schnöder Undank, wenn die ohnedies so spärlich gesäeten Wiener, die außer materiellen Reichthümern auch noch geistige Interessen haben, sich nicht beeilen würden, die Kosten des Denkmals zustande zu bringen. Hoffentlich wird es aber gelingen, denn derer, die sich darum bemühen, sind zur Stunde bereits eine erkleckliche Anzahl. An der Spitze der Propaganda steht der akademische Richard Wagner-Verein, der eine sehr rührige Thätigkeit entfaltet. [... 2. Denkmal: Strauß-Lanner ...]." (°°°).
Zum Thema Denkmal veröffentlicht "Das Vaterland" Nr. 50 auf S. II des 2. Beiblatts (= S. 14) einen Aufruf:
"Stimmen aus dem Publicum.
Bruckner-Denkmal.
Die Stadt Wien hat durch ihren Gemeinderath den Beschluß gefaßt, dem deutschen Meister der Tonkunst Anton Bruckner ein Denkmal zu errichten, in treuer Erinnerung an sein Wirken und Leiden in unserer alten Musikstadt.
Angesichts des kurzen Zeitraumes seit Bruckner's Tode (11. October 1896) ist diese Anregung, aller Nachwelt von der Bedeutung des Meisters Kunde zu geben, doppelt bezeichnend und dankenswerth. Andererseits aber verkennen die unterzeichneten Verehrer seiner Muse nicht, daß bisher die Erkenntniß von der Bedeutung dieses Mannes beiweitem noch nicht so all gemein und gereift ist, als es von einer nicht allzufernen Zukunft zu erhoffen steht.
Deshalb begrüßen wir in dem Beschlusse des Wiener Gcmeinderathes, dem Bruckner-Denkmal 5000 fl. zu widmen, mit dankbarer Freude ein Zeichen der Pietät, zu welcher die Stadt, von der des Meisters Werke wie die anderer Heroen der Tonkunst ihren Siegeszug in alle Welt angetreten haben, in erster Linie berufen war. Auch der Gedanke, die hiefür angekaufte Tilgner'sche Bronzebüste für das Denkmal zu verwerthen und einen Wiener Künstler, Herrn Zeritsch, mit der Ausführung desselben zu betrauen, bildet einen thatkräftigen Anfang des ganzen Unternehmens. Wir müssen aber gestehen, daß, wenn die Gemeinde Wien ihr rühmlich gegebenes Beispiel zum Ausgangspuncte für Beiträge aus aller Welt und während einiger Jahre machen wollte, die so zu gewinnenden reicheren Mittel sowohl der Bedeutung Bruckner's, als auch dem Ruhme der deutschen Hauptstadt Oesterreich's noch beiweitem besser gerecht zu werden vermöchten. Die Zahl begeisterter Gemeinden und allenthalben verbreiteter einzelner Verehrer des großen Künstlers mehrt sich ja von Tag zu Tag.
Die Unterzeichneten wenden sich daher an alle diese Freunde, um den von der Gemeinde Wien kundgethanen edelsinnigen Absichten noch möglichst bedeutende materielle Förderung zuzuführen. Dieser Zweck soll erreicht werden: 1. durch Veranstaltung von Aufführungen Brucknerscher Werke, deren Reinerträgnisse dem Denkmalfonds zufließen sollen; 2. durch Einleitung einer Sammlung von Beiträgen für diesen Fonds. Möge darum Jeder, dem die gewaltigen Schöpfungen dieses gottbegnadeten Tondichters eine neue Welt ungeahnter Schönheit erschlossen haben, und dem es um die Kunst ernst ist, sein Scherflein beitragen, mitzuschaffen an einem Werke, welches als dauerndes Wahrzeichen der Dankbarkeit und Verehrung die Nachwelt mahne, durch liebevolle Pflege dcs künstlerischen Vermächtnisses Anton Bruckner's gutzumachen, was die Mitwelt an ihm verschuldet hat.
Wien, im Februar 1899.
Der Vorstand des Wiener Akademischen Wagner-Vereines als geschäftsführender Ausschuß.
Spenden und Erträgnisse von musikalischen Veranstaltungen wollen an den Vereinscassier, Herrn Dr. Wilhelm Dlauhy, Wien, Neuer Markt Nr. 15, eingeschickt werden." (#).
Zitierhinweis:
Franz Scheder, Anton Bruckner Chronologie Datenbank, Eintrag Nr.: 189902195, URL: www.bruckner-online.at/ABCD-189902195letzte Änderung: Nov 02, 2026, 16:16