zurück 13.11.1902, Donnerstag ID: 190211135

Nochmaliger Hinweis auf die Aufführung der 3. Symphonie am 15.11.1902 im Brünner Tagesboten Nr. 531 auf S. 4:
     "Zum ersten Konzert der Brünner Philharmoniker. Am 15. d. treten unsere heimischen Philharmoniker zum ersten Male vor das Publikum, um Zeugnis abzulegen von ihrem Streben und Können: für unser Kunstleben gewiß ein merkenswerter Tag. Es ist zu erwarten, daß sich alle Freunde und wahren Verehrer der Kunst zur Premiere der Brünner Philharmoniker im Festsaale des Deutschen Hauses einfinden, daß sie durch ihre Anteilnahme der neuen, von künstlerischem Eifer beseelten Vereinigung einen kräftigen Ansporn bieten und ihren Tribut am Altare der heimischen Kunst niederlegen werden. Das aus 70 erlesenen Musikern gebildete Orchester wird von Kapellmeister Veit, dem bewährten Dirigenten unseres Theaterorchesters, geleitet – die sicherste Gewähr für die Präzision und Gewissenhaftigkeit des Studiums der zur Aufführung gelangenden Tonwerke. Dem Besucher steht somit ein wahrhaft musikalischer Genuß in Aussicht." (*).
 
Die Neue Musikzeitung XXIII bringt in Heft 24 auf S. 315 einen "Musikbrief aus Berlin", signiert "Ad. Sch." [vermutlich Adolf Schultze], der die Aufführung der 1. Symphonie [am 6.10.1902] erwähnt:
"Unser Musikleben ist in bestem Gange, doch ist die künstlerische Ausbeute bisher nur recht gering. Stärkeres Interesse erregte das erste der unter Rich. Strauß' Leitung stehenden "Modernen Konzerte", welche nähere Bezeichnung die im vorigen Winter so erfolgreich ins Leben getretenen großen Abonnementskonzerte des Berliner Tonkünstler-Orchesters in dieser Saison tragen. Es begann mit Anton Bruckners erster Symphonie in C moll, einem Werk, das die Vorzüge und Schwächen seines Autors in grellster Beleuchtung zeigt und eine stärkere Wirkung nur in seinen Mittelsätzen, einem tiefernsten Adagio und einem flotten, humorvollen. echt Brucknerschen Scherzo erzielte. Weiter folgten [... Richard Strauss (aus "Guntram"), Alexander Ritter (mit dem Sänger Enjar Forchhammer aus Dresden), Max Schillings ("Zwiegespräch") und Franz Liszt ("Festklänge") ...], die, in ausgezeichneter Weise vorgeführt, den stärksten Beifall fand.
     Mit zwei neuen Violinkonzerten [... über weitere Konzerte ...].        Ad. Sch." (**).
 

 


Zitierhinweis:

Franz Scheder, Anton Bruckner Chronologie Datenbank, Eintrag Nr.: 190211135, URL: www.bruckner-online.at/ABCD-190211135
letzte Änderung: Apr 11, 2025, 12:12