Bruckner-Meldungen in Heft 12 der »Musik« II:
Bei der Trauerfeier für Hugo Wolf am 24.2.1903 in der Votivkirche wird der »Choral« aus dem Adagio der 7. Symphonie unter Löwe in dessen Bearbeitung für Blasinstrumente von Mitgliedern des Konzertvereinsorchesters gespielt (Bericht von Max Vancsa) (a).
In der Zeitschrift »Die Gesellschaft« 1902, Heft 24, bespricht Arthur Seidl Hans Hubers »Böcklin-Symphonie« und vergleicht Bruckners Kunstwerke mit Böcklins Wesenart.
"Bukolische Wesen in pastoralen Weisen, südliche Sinnenfreude in frischen Klangreizen und instrumentalem Tonkolorit, Naturanschauung und Weltempfinden im Zurückgehen auf elementare Urmotive reinmenschlichen Ausdruckes nach Rhythmik, Melodik, Harmonik und Dynamik – das nachzuschaffen, wiederzugeben, auszudrücken würde die Kunst der Töne gar wohl vermögen, und damit der Wesenskern von Böcklins Art, die Quintessenz seiner Kunst durch die Schwesterkunst vielleicht plastisch herausgestellt worden sein. Fast alle Bruckner-Symphonien könnten in diesem Sinne sogar als ‚Böcklin-Symphonien’ eigentlich wohl angesprochen werden – den Böcklin für die Tonkunst bedeutete in unseren Tagen, mutatis mutandis, wirklich so etwa der Name Anton Bruckner: o, dass man ihn doch nur endlich auch als solchen klar und deutlich erkennte!" (b).
Beim Mannheimer Musikfest (12. - 14.4.), bei dem Mottl, Kähler und Langer dirigieren, wird auch das »Te deum« gespielt (c).
Ferdinand Schemensky berichtet aus Elberfeld:
»Das neunte volkstümliche Symphoniekonzert des städtischen Orchesters (Dr. Hans Haym) brachte die tadellose Wiedergabe der »Siebenten« von Anton Bruckner (d).
Konzertbericht von Ernst Bernheim aus Greifswald:
Dank der hervorragenden Einführung durch den Dirigenten Fritz Vögely hat der hier noch gänzlich unbekannte Bruckner mit dem Te deum im Winterkonzert des Singvereins »auf die Dauer hier Boden gewonnen« (e).
Heinrich Chevalley berichtet aus Hamburg:
»Die hiesigen Philharmoniker (Barth) wagten sich, und nicht zu ihrer Unehre, an Bruckner, dem einiges Talent zur Komposition zuzusprechen jetzt sogar die Hamburger Brahminen - eine ganz besondere Sorte von Brahmskennern - sich herablassen. Wie gütig. Und wie dankbar sind wir ihnen dafür!« (f).
William Behrend bedauert, daß Werke Bruckners und anderer Zeitgenossen in Kopenhagen fast noch völlig unbekannt sind (g).
Zitierhinweis:
Franz Scheder, Anton Bruckner Chronologie Datenbank, Eintrag Nr.: 190303157, URL: www.bruckner-online.at/ABCD-190303157letzte Änderung: Jan 08, 2026, 9:09