Die Österreichische Volkszeitung Nr. 92 berichtet auf S. 6 vom Bruckner-Festkonzert am 1.4.1906 mit 114. Psalm, 7. Symphonie und Te Deum, signiert "L. C." (*).
Über dieses Konzert bringt auch das Linzer Volksblatt Nr. 76 eine Besprechung auf S. 4:
" — Das Bruckner-Konzert fand gestern unter kolossalem Andrange des Publikums, darunter viele von auswärts, in der städt. Volksfesthalle statt. Auch Se. Exzellenz der Statthalter Freiherr v. Handel mit Gemahlin wohnte dem Konzerte bei. Zuerst wurde aufgeführt der 114. Psalm für gemischten Chor und 3 Posaunen, eine Gelegenheits-Komposition aus der St. Florianer Zeit, die aber bereits deutlich die Eigenart des Meisters ausweist. Hernach kam die großartige VIl. Sinfonie, womit Bruckner zum erstenmal einen durchschlagenden Erfolg in Wien errang. Durch das herrliche Adagio wurden gestern die Zuhörer so begeistert, daß ein minutenlanger Beifallssturm nicht bloß den Dirigenten Göllerich veranlaßte, sich immer wieder dankend zu verbeugen, sondern auch schließlich das ganze Orchester, in dem diesmal auch ein paar Damen als Geigerinnen wacker mitspielten, nötigte, sich zu erheben und den Dank des Publikums entgegenzunehmen. Eine ähnliche Ovation spielte sich nach dem Schlußsatze ab. Das hier schon öfter aufgeführte Te Deum fand auch gestern wieder die freudigste Aufnahme. Solisten, Chor und Orchester leisteten ihr bestes. Direktor Göllerich wurde durch Ueberreichung eines mächtigen Lorbeerkranzes, die Solistinnen durch Buketts und Blumengewinde geehrt. Einen ausführlichen Bericht über das Konzert tragen wir nach.“ [keine Signatur] [siehe 7.4.1906] (**).
Zitierhinweis:
Franz Scheder, Anton Bruckner Chronologie Datenbank, Eintrag Nr.: 190604035, URL: www.bruckner-online.at/ABCD-190604035letzte Änderung: Feb 06, 2025, 8:08