zurück 3.3.1913, Montag ID: 191303035

Wertpapierabrechnung der Bank für Oberösterreich und Salzburg [vermutlich Nachlass Ignaz Bruckner] (*).
 
Georg Brunbauer, Pfarrer in St. Florian, bestätigt, aus dem Nachlass von Ignaz Bruckner die im Testament vom 29.12.1900 festgelegten Legate (Krankenhausstiftung, Kinderbewahranstalt, Stummersches Versorgungshaus) erhalten zu haben.
Rückvergütung der bis 4.1.1914 entstehenden Zinsen am 5.3.1913 (**).
 
Brief des Bischöflichen Ordinariats Linz an Propst Josef Sailer:
     Bestätigt den Empfang der Legate aus dem Nachlass Ignaz Bruckners für den Dombau-Verein und den Bonifatius-Verein. Unterzeichnet von Balthasar Scherndl und Dr. W. Grosam (***).
 
Matthias Rupertsberger [siehe die Anmerkung], Pfarrer in Ebelsberg, erklärt, schon am 7.5.1902 200 Kr für Messen von Ignaz Bruckner erhalten zu haben, wodurch sich das Legat im Testament vom 24.12.1900 [recte 29.12.1900]erledigt habe (°).
Er quittiert den Empfang von 200 Kr für den Erhalt des Grabes von Bruckners Mutter, die den schon 1907 erhaltenen 200 Kr zugerechnet werden (°°).
 
G. Silber, Custos ecclesiae in St. Florian, bestätigt, am 1.2.1913 das auf Florian Grüfter lautende Sparkassenbuch (mit 439,50 Kr, davon 200 Kr am 7.5.1902 und 100 Kr am 13.4.1903 eingelegt) empfangen zu haben. Damit soll die Grabstätte Ignaz Bruckners erhalten werden (°°°).
 
Georg Brunbauer quittiert den Empfang von 200 Kr aus dem Nachlass Ignaz Bruckners, die für hundert Messen bestimmt sind (#).
Er bestätigt auch, 300 Kr für die Pfarrarmen erhalten zu haben (##).
 
Besprechung des gestrigen Konzerts (f-Moll-Messe in Heidelberg) in der Heidelberger Zeitung Nr. 52 auf S.3, signiert "H. K.":
„[…] Freudig begrüßt wurde es von allen Seiten, daß dieses Mal die Generalprobe wieder als Volkskonzert gegeben werden konnte. Die Hauptaufführung fand gestern Nachmittag von 4 bis ¾ 6 Uhr statt und bedeutete für die zahlreich Erschienenen eine weihevolle Sonntagsandacht. [… über Regers „Nonnen“ …], Reger dirigierte selbst, und Orchester und Chor standen ihren Mann, so daß nichts den seltenen Genuß trübte.
Den zweiten Teil des Konzerts nahm Anton Bruckners „Große Messe, Nr. 3 in F-moll“ ein. In einem ganz anderen Gewand als andere derartige Chorwerke stellte sich Bruckners Werk dar. Wenn auch nicht mit der erhabenen Bachschen H-moll Messe zu vergleichen, so hat doch diese Komposition in ihrer viel mehr sinnlich gehaltenen Frische auch ihren eigenartigen Reiz. Das „Benedictus“ steht an Innigkeit übrigens keinem anderen Werk nach. Die Durchführung gereichte Chor und Orchester, wie besonders Wolfrum zu größter Ehre. Das Orchester speziell verdient höchste Anerkennung auch für sein wackeres Verhalten bei dem Regerschen Werk. [... über die Sänger ...]. Die Künstler waren durchweg zuverlässig und sangen mit gutem Vortrag und vornehmem Geschmack. Herr Poppen waltete mit bewährter Kunst an der Orgel und hatte mehrfach Gelegenheit, durch sein Spiel und glückliche Registrierung vorteilhaft hervorzutreten. – Entschieden zu rügen ist es, wenn sich das Beifallklatschen auch bei solchen Gelegenheiten wieder einschmuggeln will. Bei Reger war es ja begreiflich, schließlich aber warum nach einer Messe klatschen?" (###).
 


Zitierhinweis:

Franz Scheder, Anton Bruckner Chronologie Datenbank, Eintrag Nr.: 191303035, URL: www.bruckner-online.at/ABCD-191303035
letzte Änderung: Jul 30, 2026, 23:23