zurück 17.5.1870, Dienstag ID: 187005175

Besprechung des Konzerts vom 15.5.1870 (mit »Mitternacht«, WAB 80) in der Linzer Zeitung auf S. 485 (mit Angaben zum übrigen Programm):
     »[....] Um Wiederholungen zu vermeiden, constatiren wir im Vornhinein, daß sämmtliche Nummern des Concertes von den lebhaftesten Beifallsbezeugugen des äußerst zahlreichen Publikums begleitet waren. [...] Neu waren »Liebessehnen« von Fr. Mair, »um Mitternacht« von A. Bruckner, »der Einsiedler« von Engelsberg und »an die Muse des Gesanges« von Hans Schläger. [/] Wir glauben sämmtliche Chöre als gute Compositionen bezeichnen zu sollen, ohne ihnen einen besonders hervorragenden Werth beilegen zu können. [...] J. Mendelssohn's lyrischer Erguß, von Professor Anton Bruckner für Chor mit Soloquartett und Clavierbegleitung in Musik gesetzt und dem Vereine gewidmet, sieht für den ersten Augenblick flimmernd und zur Tonmalerei sehr geeignet aus. Eine Vertiefung in das Gedicht ergibt aber, wie uns dünkt, eine ganz andere Stimmung, als die in Bruckner's Musik äußerlich zur Erscheinung gekommene. Die Stimmung des Gedichtes oder vielmehr das, was aus der Vertiefung in das Gedicht übrig bleibt und zum Ausdrucke durch die Musik sich eignet, scheint uns die Sehnsucht nach dem Unendlichen. Der Chor Bruckner's ist eine in theoretischer Beziehung wundervolle Arbeit, aber eben zu viel Arbeit. [...]«. Als Mitwirkende und am Fest Beteiligte werden außerdem genannt: Holzner, Hoffellner, Gericke, Melichar, Habison, Kerschbaum und Mühlbäk.


Zitierhinweis:

Franz Scheder, Anton Bruckner Chronologie Datenbank, Eintrag Nr.: 187005175, URL: www.bruckner-online.at/ABCD-187005175
letzte Änderung: Okt 16, 2024, 8:08