Ein Inserat im Neuen Wiener Journal Nr. 1187 [recte: Nr. 1178?] auf S. 12 macht auf das 3. Gesellschaftskonzert am 14.2.1897 aufmerksam, in dem Chöre aus dem Oratorium "Das Weltgericht" aufgeführt werden. Vockner wird [in diesem Inserat oder in einer späteren Besprechung?] als Schüler und Nachfolger Bruckners bezeichnet (*).
Aufführung des Ave Maria [WAB 6] (als Einlage in einer Messe von J. G. E. Stehle) durch den I. Männergesangverein und den Damenchor Turn unter Wenzel Plaschka in der Pfarrkirche in Schönau. Bruckners Schüler Josef Steinberger spielt im Hochamt die Orgel (**).
Die Neue Freie Presse Nr. 11655 berichtet auf S. 6 aus Berlin:
" [Das Ballfest der Berliner Presse.] Bei dem in den letzten Tagen in Berlin stattgehabten Ball der Berliner Presse erschien auch eine Preßball-Zeitung, welche viel Heiterkeit erregte, neben Witz und Humor aber auch manche ernste und werthvolle Gabe auswies. [...]
Hermann Sudermann ist im Festblatt mit folgenden Versen vertreten:
Die Geigen sangen und klangen,
Da sah ich im Saal ihrer Zwei,
Die lösten mit brennenden Wangen
Die Räthsel der Menschheit dabei.
Sie sprachen vom ewigen Frieden,
Von Parsifal und dem Graal
Und den feineren Unterschieden
Zwischen Ethos und Moral. –
Sie sprachen von Freytag's „Ahnen",
Und was man sonst wol so las,
Auch von Zola's großen Romanen]
Sprachen sie – aber mit Maß.
Sie sprachen von Bruckner's Tedeum
Und was an Shakespeare wol echt,
Auch vom Victoria-Lyceum
Und Bachofen's Mutterrecht. – – –
... Sie sprachen vom Pessimismus,
Wie Alles nur Schall und Rauch,
Und was man ganz gewiß muß:
Von Nietzsche sprachen sie auch.
Es währete nicht lange –
Die Uhr war höchstens halb Vier –
Da sah ich staunend und bange
Zwei Uebermenschen vor mir.
Außerdem sind in dieser Sammlung [...]" (***).
Zitierhinweis:
Franz Scheder, Anton Bruckner Chronologie Datenbank, Eintrag Nr.: 189702025, URL: www.bruckner-online.at/ABCD-189702025letzte Änderung: Aug 17, 2026, 15:15