zurück 21.3.1897, Sonntag ID: 189703215

Hinweis auf die heutige Kirchenmusik in der Reichspost Nr. 65 auf S. 3 (*).

Aufführung des "Tantum ergo" in C-Dur [WAB 41/4] in der Pfarrkirche St. Othmar unter den Weißgärbern (**).

Aufführung von "Locus iste" und "Christus factus est" in der Wiener Hofkapelle. Aufgeführt wird eine Messe von Tinel (***).

Das Ischler Wochenblatt Nr. 12 berichtet auf S. 3 der 1. Beilage vom Beschluß des Linzer Gemeinderats [10.3.1897] über ein Denkmal, eine Denktafel [sic] und Konzertsubventionen (°).

Die Ostdeutsche Rundschau Nr. 80 weist auf S. 8 auf das Gastspiel der Berliner Philharmoniker (mit der 4. Symphonie am 10.4.1897) hin (°°).

Die Linzer Tages-Post Nr. 66 berichtet auf S. 6 vom Konzert am 16.3.1897 (mit "Amaranths Waldesliedern"), signiert "P." [Posch?]:
"     (Schüler-Vorträge.) [...] Herr Director August Göllerich, Herr Professor Emil Kühns und Frau Marie Erhart machten einen tiefen Griff in die Schätze der älteren und neueren classischen Kunst und der Vollständigkeit halber waren auch die Modernen nicht vergessen in dem fast erdrückend reichen Programme, das von den Clavier-, Violin- und Gesangclassen absolviert wurde. Die historische Linie, welche da nach Thunlichkeit eingehalten wurde, geleitete uns von Händel und Bach bis zum kürzlich verstorbenen Anton Bruckner. [...] Director Göllerich führte die Gesangclassen der Frau Erhard mit ein paar Galastücken von Schubert und Bruckner vor. Das eine wie das andere ist sehr glücklich aus der engen Grenze des Einzelliedes in die erweiterte Form des vierstimmigen Frauenchores mit Streichorchester, beziehungsweise Clavierbegleitung übertragen. In solchen Bearbeitungen bewies sich Franz Sales Reitcr als überaus feinfühliger Musiker. Das erste [... Schubert ...], das zweite ein (gegenwärtig nur rm Besitze der Frau Erhard befindlich) Manuscript von Bruckner: „Aus Amaranths Waldliedern". Das bedingte, den Schülern ge­spendete Lob fließt in eine Quelle zusammen und dort wird es zum unbedingten, bei den Lehrkräften nämlich. Der Musikunterricht fesselt nur dann, wenn er sehr gut ertheilt wird. Je bedeutender die Lehrer, desto größer die Möglichkeit des Erfolges. [...]     P." (°°°).

Der Rochester Democrat and Chronicle Nr. 80 (Rochester, New York) berichtet auf S. 11 in der 5. Spalte von Bruckners Nachlass, der Aufführung der d-Moll-Messe [am 17.1.1897 unter Perger] und von Denkmalplänen in Wien und St. Florian [den Text vom 28.2.1897 übernehmend]. "–The late Anton Bruckner bequeathed his autograph scores to the Imperial library of Vienna. They include his eight symphonies and three movements of a ninth, a string quartet, the mass in D minor, the one hundred and fiftieth Psalm, a male chorus, "Helgoland," and the Te Deum. The stupendous mass in D minor was performed for the first time by the Philharmonic Society, under Dr. Richter, last month. Under the auspices of the "Leo Society" a committee has been formed for the purpose of erecting a monument to Bruckner in Vienna, a similar memorial being planned at the Abbey church of St. Florian, in upper Austria, where he was laid at rest." (#).


Zitierhinweis:

Franz Scheder, Anton Bruckner Chronologie Datenbank, Eintrag Nr.: 189703215, URL: www.bruckner-online.at/ABCD-189703215
letzte Änderung: Aug 24, 2026, 11:11