zurück 1.5.1897, Samstag ID: 189705015

Die Salzburger Zeitung bringt eine Kritik des Konzerts am 23.4.1897 (mit 2 Sätzen der 4. Symphonie) (*).

Die Neue Warte am Inn Nr. 18 berichtet auf S. 5 vom Konzert am 25.4.1897 (das "Frühlingslied" [WAB 68] sei in Kremsmünster komponiert worden) (**).
Über dieses Konzert schreibt auch die Linzer Tages-Post Nr. 99 auf S. 4: "[...] In der nächsten Nummer „Frühlingslied" von Anton Bruckner in Kremsmünster componiert, waren die wirllich hervorragende Technik und die Macht der Stimme des Sängers Herrn Josef Dümler zu bewundern. Die Clavierbegleitung durch Fräulein Anna Proschko, die große Schwierigkeiten bietet, wurde meisterhaft durchgeführt. [...]" [keine Signatur] (***).

Das Fremdenblatt Nr. 121 kündigt auf S. 42 (Morgenblatt) für morgen die Aufführung eines Brucknerschen "Tantum ergo" [prov. WAB 48] an (°).

Die "Lyra" Nr. 15 (530) meldet auf S. 5/167, daß in einer Stadtratssitzung [vor dem 8.4.1897] beantragt wurde, eine Wiener Straße nach Bruckner zu benennen: "     Eine Bruckner- und Brahmsgasse in Wien. Die Stadträthe Dr. Deutsch­mann und Dr. Wähner stellten in der Stadtrathssitzung folgenden Antrag: Um das Andenken der beiden Tonkünstler Anton Bruckner und Johannes Brahms, welche viele Jahre ihres Lebens in Wien zubrachten und in Wien gestorben sind, zu ehren, wird beantragt: Die städtischen Aemter werden beauftragt, zwei der neuen Straßen in der Umgebung der Karlskirche nach den Namen dieser beiden berühmten Todten zu benennen. Diese Anträge werden der geschäftsordnungsmäßigcn Behandlung zugeführt." (°°).

Auf Seite 4f derselben Nummer wird von einem Vortrag Weingartners "Die Symphonie nach Beethoven" in München berichtet, signiert "W. M–e.": "[... über Mendelssohn, Schumann und Brahms ...] Ein merkwürdiges Seitenstück dieses letzten, schon abfallenden Ausläufers der neuclassischen Richtung sei Anton Bruckner, dessen ungeheuren, überschwänglichen Erfindungsreichthum, dessen Schärfe der Themen das Unstete und Unlogische seine [sic] Tonsprache wieder vernichte (Ei!?). Wenn Bruckner sich nur in einigen seiner neun colossalen Symphonien durchgängig auf der Höhe des I. Satzes gehalten hätte, könnte man ihn den „zweiten Schubert" nennen. [... Epigonen ... Programmmusik ... Berlioz ...]. Bruckner hat vorbildlich für die Modernen gewirkt, indem er den instru­mentalen Klangkörper mit unerhörten neuen Ausdrucksfarben be­reicherte. [...] Mit sichtlicher Liebe verweilte dagegen Wein­gartner bei Gustav Mahler, den er eine zukunftsreiche, jetzt noch sehr verkannte, rein musikalische Erscheinung nannte, die hin­sichtlich der Tiefe ihres Fühlens, des großen Umfanges ihrer Werke ihren Lehrer Bruckner erreiche, ihn hinsichtlich der bedeutsamen Breite und logischen Verarbeitung der Themen aber übertreffe. (!?) [...]    W. M–e." (°°a).

Auf Seite 8/170 folgt ein Bericht über das Konzert am 14.3.1897:
"     Pilsen. Am 14./3. veranstaltete die „Prager Studenten-Liedertafel" unter der Leitung des Universitätslectors Hans Schneider im Deutschen Theater zu Pilsen ein Concert, das sehr gut besucht war. Als den Höhe­punkt und Hauptprüfstein für die gesangliche Tüchtigkeit des Chores, wie für die Leistungsfähigkeit des Leiters desselben muß unbedingt die Durch­führung der Ballade „Todtenvolk" von Fr. Hegar bezeichnet werden; am wirkungsvollsten war der Männerchor mit Clavierbegleitung „Germanen­zug" von Ant. Bruckner, ebenso der Chor à capella „Das ist das Meer" aus der Symphonie-Ode „Das Meer" von J. S. Nicodee [sic]. [... Chormeister Emil Burgstaller ...]." [keine Signatur] (°°b).

Bruckner wird in einem Artikel der Österreichischen Musik- und Theaterzeitung Nr. 17 auf S. 4 ("Friedrich Ehrbar zum 70. Geburtstag") erwähnt (°°°).

Das Neuigkeits-Welt-Blatt Nr. 99 meldet auf S. 9: "     Eine Erinnerung an Anton Bruckner. In der Kirche der Vaterstadt Anton Bruckner's, in Steyr, wird eine Votivtafel zur Erinnerung an den verstorbenen Komponisten errichtet. Der Wiener Stadtrath hat hiezu einen Beitrag von 100 fl. bewilligt." (#).


Zitierhinweis:

Franz Scheder, Anton Bruckner Chronologie Datenbank, Eintrag Nr.: 189705015, URL: www.bruckner-online.at/ABCD-189705015
letzte Änderung: Aug 27, 2026, 13:13