Kurze Notiz im Lokalteil des Neuen Wiener Tagblatts Nr. 60 auf S. 7, signiert "M. K." [= Max Kalbeck?], über die gestrige Aufführung der 5. Symphonie (*).
Von diesem Konzert berichten auch das Deutsche Volksblatt Nr. 3291 auf S. 9, signiert "H." [vermutlich Camillo Horn] (**a),
das auf derselben Seite auf das Konzert vom 7.3.1898 mit dem "Te deum" hinweist (**b),
die Deutsche Zeitung (***),
das Fremdenblatt Nr. 60 (Morgenblatt) auf S. 8 (°),
das Illustrierte Wiener Extrablatt Nr. 60 auf S. 5, signiert "rbt." (°°),
das Neue Wiener Journal Nr. 1564 auf S. 7: " (Erstes Kaim-Concert.) Im großen Musikvereinssaalc producirte sich gestern das Kaim-Orchester aüs München. Der Dirigent Herr Ferdinand Löwe ist ein Wiener; vor wenigen Monaten erst ist er aus unserer Stadt geschieden, die seinem Können keine Bethätigung, seinem künstlerischen Ehrgeize kein Ziel zu bieten vermochte. Und doch hatte er sich schon wiederholt (wir erinnern an die Aufführung von Liszt's „Christus" im Vorjahre) als ein Dirigent von Geist, Schlagfertigkeit und Temperament erwiesen. Seine großen Fähigkeiten ließen ihn auch an der Spitze eines auswärtigen Musikkörpers sofort zu bedeutenden Leistungen gelangen. Er hat mit seinen wackeren Musikem gestem wahre Triumphe gefeiert. Am meisten mit Bruckner's grandioser fünften Symphonie (B-dur), welche am 1. März 1898, das heißt: siebzehn Monate nach dem Tode ihres Schöpfers und siebzehn Jahre nach ihrer Entstehung, die erste (!) Aufführung in Wien erlebte. Und zur Interpretation dieses Meisterwerkes, das als Ganzes von keiner anderen Symphonie Bruckner's übertroffen wird, mußte erst von auswärts ein Orchester nach Wien kommen. Wie traurig es thatsächlich mit Wiens als selig verschrienen Musikverhältnissen bestellt ist, erhellt aus dieser Thatsache zur Genüge. Die Symphonie, aus deren Inhalt wir noch zurückkommen werden, wirkte mit elementarer Gewalt auf die Hörer. Nach jedem Satze mußte Herr Löwe das ganze Orchester zum Danke sich erheben lassen. Nach dem Finale, wo ein figurirter Choral schließlich zu strahlender Klangpracht gesteigert erscheint, wollte der Jubel überhaupt kein Ende nehmen. Solch einmüthige Begeisterung eines Publicums haben wir selten erlebt." [keine Signatur] (°°°),
und das Wiener Tagblatt Nr. 60 auf S. 5 (#).
Aufruf zur Gründung eines Bruckner-Vereins, verfasst von Josef Venantius von Wöss (##).
Zitierhinweis:
Franz Scheder, Anton Bruckner Chronologie Datenbank, Eintrag Nr.: 189803025, URL: www.bruckner-online.at/ABCD-189803025letzte Änderung: Sep 23, 2026, 6:06